Laichhilfe für das Egli
15 | 02 | 2019 SchweizText: Sarah Bischof 0995
15 | 02 | 2019 Schweiz
Text: Sarah Bischof 0 995

Laichhilfe für das Egli

Das Egli ist nicht wie viele Arten der Schweizer Fischfauna vom Aussterben bedroht. Dennoch: Die Populationsgrössen, das Wachstum und der Ertrag in vielen Schweizer Gewässern haben abgenommen. Entsprechend müssen Massnahmen getroffen werden.

In der Schweiz lebt das Egli in praktisch allen Seen des Mittellands und der Voralpen. Die Hochblüte erlebte es in den 1970er-Jahren. Seither wird ein Bestandesrückgang festgestellt, möglicherweise auch eine Folge der hoch effizienten Nährstoffreduktion in den Kläranlagen. Weniger Nährstoffe verringern die Menge des Planktons, von dem nicht nur der Egli-Nachwuchs, sondern auch alle Beutefische leben, die wiederum Nahrung für die erwachsenen Barsche sind. 
 

SFV kämpft für Lebensräume

«Der SFV kämpft für gesunde Gewässer, die ihre ökologische Funktion als Fischlebensraum erfüllen.» Dazu gehört die Wiederherstellung des Lebensraums, der etwa durch die Nutzung der Wasserkraft verringert oder durch die chronische Gewässerbelastung durch chemische Substanzen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch der Klimawandel, insbesondere die Veränderung der Unterwasserflora und -fauna, bereitet dem SFV Sorgen. Die hart erkämpfte Revision des Schweizer Gewässerschutzgesetzes ist seit 2011 der verbindliche Rahmen, um die Seen, Flüsse und Bäche wieder zu vernetzen, ihre Strukturvielfalt zu verbessern und den zerstörerischen Schwall-/Sunkbetrieb zu mildern. 
 

Laichhilfe 

In Schweizer Gewässern laichen die meisten Egli-Populationen von März bis Mai. Egli-Weibchen bauen für ihren Nachwuchs kein Nest. In 2 bis 10 Metern Tiefe legen sie bis zu 2 Meter lange Laichbänder ab, welche in der Regel von mehreren Männchen befruchtet werden. Damit die bis zu 300?000 Eier nicht im weichen Seegrund versinken und zuverlässig mit Sauerstoff versorgt sind, wickeln sie die elastischen, an Krötenlaich erinnernden Laichbänder um Wasserpflanzen oder versunkene Äste und Bäume. Sind die Strukturen für das Ablaichen durch fehlende geeignete Wasserpflanzen knapp, kann das eine lokale Population spürbar beeinträchtigen.  Im Bodensee und vielen weiteren Seen entstand deshalb eine langjährige Tradition, dass die Egli durch Fischer mit versenkten Tannenbäumen und -ästen bei ihrer Vermehrung unterstützt werden.

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