[Ralf Wirtensohn & Istepan «Gezi» Gezer </br>]Die Fischermessen-Macher
04 | 01 | 2023 Schweiz | DiversesText: Nils Anderson 0962
04 | 01 | 2023 Schweiz | Diverses
Text: Nils Anderson 0 962

Ralf Wirtensohn & Istepan «Gezi» Gezer
Die Fischermessen-Macher

Ralf Wirtensohn und Istepan «Gezi» Gezer schreiben mit der Schweizer Sportfischermesse in Oberglatt eine Erfolgsstory und sind mittlerweile auch bei der Monatura (ehemals «Fischen­ Jagen Schiessen») als Berater tätig. Wir haben mit den beiden über Messen und das Fischen gesprochen.


«Erzähl du die Geschichte, wie wir uns kennenlernten, ich darf ja nicht», meint «Gezi» mit einem Zwinkern zu Ralf. «Also, in meiner Terrarien-Werkstatt im Dachstock hatte ich mal einen Schwelbrand. Zwar konnte ich den selber unter Kontrolle bringen, doch Feuerwehr und Polizei standen trotzdem sofort auf der Matte, mit dabei eben auch Polizist Gezi.» Eine gute Woche später erkannten sich der «Hippie» mit der Terrarien-Werkstatt und der stets Patagonia-Kleider tragende Polizist per Zufall in Stefan Lessmeisters Geschäft im süddeutschen Rielasingen wieder und fingen an zu quatschen. Und so gab sich das eine zum anderen; man ging zusammen fischen nach Mequinenza und entdeckte ziemlich bald auch die gemeinsame Leidenschaft, Dinge anzupacken und umzusetzen.


Verlosung | 10 mal 2 Gratiseintritte zu gewinnen! 

Für die kommende Ausgabe der Schweizer Sportfischermesse vom 21. bis 22. Januar 2023 verlost «Petri-Heil» 10 mal 2 Gratiseintritte à CHF 12.–. Dazu einfach bis am 13. Januar ein E-Mail senden an gewinnen@petri-heil.ch mit dem Vermerk «Sportfischermesse» und Angabe von Namen und Adresse.
Die Gewinner werden auf die Gästeliste gesetzt und von uns per E-Mail benachrichtigt. 



Denkwürdige erste Messe

Ralf Wirtensohn hatte bereits seit einiger Zeit in Oberglatt Terrarienmessen organisiert, und da der umtriebige Istepan Gezer in der Fischerszene viele Kontakte hatte, kam irgendwann die Idee auf, es doch mit einer Fischermesse zu versuchen. Es sollte etwas sein, woran die Fischer Freude haben: bequem, entspannt und möglichst angenehm. Nun, als es 2018 endlich soweit war, war da tatsächlich eine Messe, die für die Fischer entspannt, bequem und angenehm war. Für Gezi und Ralf war es hingegen vor allem nervenaufreibend: Schlaflose Nächte folgten, viel Arbeit und Geld wurde investiert und aus dem vorerst einfachen Plan, etwas Tolles zu machen, wurde gleich eine ernsthafte Sache: «Wir realisierten bald, dass wir für diese Messe nur eine Chance haben. Gelingt es uns, genügend Aussteller und Besucher anzulocken, so wird das eine gute Sache mit Zukunft. Gelingt es nicht, ist es vor allem viel vergebener Aufwand und ein ziemlich happiger Verlust.» Rückblickend erscheint es ihnen, dass sie grad noch mit einem blauen Auge davongekommen sind. Gezi erinnert sich: «Während der gesamten ersten Messe hatte ich keine sieben Stunden geschlafen. Am Sonntagabend dann war die ganze Halle voller Abfall, leerer Kartons und dergleichen. Als wir endlich um zwei Uhr morgens den Schlüssel drehten, glaubte ich, direkt aus den Schuhen zu kippen.» Doch keine zwei Tage später waren die beiden bereits wieder voller­ Ideen für die nächste Ausgabe.

 Die Schweizer Sportfischermesse ist ihr Werk: Ralf und Gezi in Oberglatt 2019.

Die Schweizer Sportfischermesse ist ihr Werk: Ralf und Gezi in Oberglatt 2019.


Zum Selbstläufer geworden

So nahm die Schweizer Sportfischermesse Jahr für Jahr mehr Fahrt auf. Nebst einer Vielfalt an Ausstellern wollten Ralf und Gezi vor allem ein ansprechendes Rahmenprogramm bieten und organisierten entsprechend Vorträge. Die Zuhörer lauschten gebannt den Ratschlägen fürs Welsfischen, Seeforellenschleppen oder fürs Spinn­fischen mit Löffel und Spinner. Und so fanden auch schnell ein paar richtig grosse Namen der deutschen Angelszene den Weg ins Glatttal und bereits die dritte Ausgabe wurde für die beiden Veranstalter zum veritablen Voll­erfolg. Danach musste man ein Jahr Corona-bedingt aussetzen, doch im Januar 2022 verlief die Masken-Zertifikat-Version trotz Bedenken bereits wieder erfreulich, was bei der in Fischerkreisen doch eher verbreiteten Massnahmen-Skepsis nicht unbedingt zu erwarten war. 

 Seit die Rheinfischerei nicht mehr dasselbe ist, stellt Gezi bevorzugt den Bodensee-Hechten nach.

Seit die Rheinfischerei nicht mehr dasselbe ist, stellt Gezi bevorzugt den Bodensee-Hechten nach.


Mit allen per Du

Nebst einem ausschliesslich auf die Hobby- oder eben Sportfischer zugeschnittenen Messekonzept ist der persönliche Kontakt für Ralf und Gezi ein wichtiger Schlüssel zum Veranstaltungserfolg: «Man darf die Kommunikation mit den Ausstellern keineswegs scheuen, immer wieder nachfragen, alle per Handschlag begrüssen und für jeden eine Minute Zeit haben. Dann fügt sich der Rest von alleine», meint Ralf dazu. «Es geht um den Wohlfühlmoment, die Aussteller müssen sich willkommen fühlen, wissen, wen sie ansprechen sollen, wenn es um den Parkplatz oder einen zusätzlichen Tisch geht. Für den Aussteller ist die Sache klar: Es gibt mehr zu tun, dafür kommt auch mehr rein. Ob man dies nun macht oder nicht, ist in erster Linie von genau solchen Soft-Faktoren abhängig.» Nun, der Erfolg gibt ihnen Recht und sogar der Verband, der die ersten Ausgaben der Schweizer Sportfischermesse konsequent ausser Acht gelassen hat, ist im Januar 2023 erstmals mit einem Stand dabei.

Obwohl die Messe-Organisation noch immer ein Hobby für die beiden ist, haben sie letztes Jahr auch an der «Fischen-Jagen-Schiessen» ein Beratermandat angenommen. «Wir ergänzen uns ziemlich perfekt, haben wir gemerkt. Was Ralf nicht kann, das kann ich und umgekehrt ist es genauso. Und jetzt geben wir auch in Bern an der neuen Monatura Gas, auch wenn das eine andere Schuhgrösse ist. Die beiden Messen kann man kaum miteinander vergleichen, doch ebenso hier bringen wir unsere Stärken ein», sagt Gezi. «Die Herausforderungen sind anderer Art, doch auch hier wollen wir für genau diese Wohlfühlmomente bei den Ausstellenden sorgen.»

 Mit selbstgebauten Spinnruten tropischen Meeresfischen nachzustellen, ist Ralfs Fischer-Highlight.

Mit selbstgebauten Spinnruten tropischen Meeresfischen nachzustellen, ist Ralfs Fischer-Highlight.


Fischen am Rhein und im Oman

Gezi arbeitet nun seit 20 Jahren bei der Polizei Schaffhausen und hat daneben immer wieder Raum für andere Projekte gefunden. Er ist in Stein am Rhein aufgewachsen und hat noch die gute alte Zeit erlebt: «Am liebsten fische ich auf Äschen und Forellen. Das heisst, ich würde am liebsten darauf fischen, aber bei uns ist das einfach nicht mehr möglich.» Die Angelrute hat er deshalb umgetauscht, vor allem das Hechtfischen vom Boot aus auf dem Bodensee-Untersee hat es ihm angetan. Wer mal mit ihm fischen gegangen ist, staunt über seine blitzschnellen, kräftigen Anschläge, die ihn fast aus dem Gleichgewicht hauen und für den Hecht sorgen, wo weniger konzentrierte Fischer Schneider bleiben. Ralf Wirtensohn ist in Ramsen wohnhaft und wenn er nicht gerade Terrarien für alle erdenklichen Tierarten baut oder als «Bolläjäger» aus Rindsleder Messeretuis oder Angel­taschen zusammenzimmert, ist er mit der Fischerrute ebenfalls auf dem Bodensee unterwegs. Auch er hat ein Faible für Raubfische; wenn es nicht auf Egli, Zander oder Hecht geht, zieht es den Handwerker in tropische Gewässer, wo er mit selbstgebauten Ruten den Giant Trevally und ähnlichen Kalibern nachstellt. «Die nächste Reise geht nach Oman. Wenn alles durch ist mit den Messen, haben wir uns das verdient!»



Die drei grossen Messen für Fischer

Monatura (ehemals «Fischen-Jagen-Schiessen»)  
Nächstes Datum 23. – 26. März 2023
Ort Bernexpo Gelände Bern

Die Monatura in Bern ist die grösste Messe für Fischer, Jäger und andere Outdoor-Interessierte in der Schweiz. Erwartet werden 200 Aussteller und gegen 20 000 Besucher und Besucherinnen. Sie findet alle zwei Jahre statt und dauert vier Tage. Die geplante Ausgabe der «Fischen-Jagen-Schiessen» 2022 musste zuerst wegen Corona und dann wegen Lieferschwierigkeiten in der Jagdbranche verschoben werden. Aufs Jahr 2023 hin erscheint die Messe erstmals mit neuem Konzept unter Einbindung einer allgemeiner gehaltenen Outdoor-Sparte. Die Monatura findet wechselweise mit der Passiun in Chur statt. «Petri-Heil» ist als Aussteller und Medienpartner seit Jahr und Tag mit dabei.

 

Passiun  
Nächstes Datum Februar 2024 (genaues Datum wird noch bekannt gegeben)
Ort Stadthalle Chur

Die Passiun in Chur ist eigentlich eine grosse Regionalmesse mit Schwerpunkt Jagd, Fischerei und Sportschiessen und ist als der grosse Treffpunkt der Ostschweizer Jäger und Fischer bekannt. Erwartet werden hier rund 6000 bis 9000 Besucher. Die letzte (vierte) Ausgabe fand 2019 statt. Nun soll es nach einem fünfjährigen Unterbruch 2024 weitergehen. «Petri-Heil» ist als Medienpartner und Aussteller von Beginn an vertreten.

 

Schweizer Sportfischermesse  
Nächstes Datum 21. bis 22. Januar 2023
Ort Chliriethalle Oberglatt 

Die Schweizer Sportfischermesse findet jährlich im Januar statt und ist voll und ganz auf die Fischerei ausgelegt. Erwartet werden hier rund 2000 bis 3000 Besucher und rund 50 Aussteller aus der Fischereibranche, darunter auch viele Klein- und Kleinstproduzenten. Ins Leben gerufen wurde die Messe 2018, im kommenden Januar findet die fünfte Ausgabe statt. Auch hier ist «Petri-Heil» als Medienpartner und Aussteller von Anfang an mit dabei.

 

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