Hardbaits – Vier Asse für Forelle
02 | 04 | 2020 PraxisText & Fotos: Ronny Camenisch 0895
02 | 04 | 2020 Praxis
Text & Fotos: Ronny Camenisch 0 895

Hardbaits – Vier Asse für Forelle

Die Forellensaison hat vielerorts schon begonnen oder startet demnächst. Neue «Hardbaits», aber auch altbewährte Köder wie der Spinner sind extrem fängig und machen am richtigen Gerät mächtig Spass. Ronny Camenisch zeigt seine vier Asse für jede Situation am Bach. 

Fischen am Bach ist eine Herausforderung. Möglichst unauffällig und vorsichtig muss man sich anpirschen, aus dem Hinterhalt seine Köder werfen und ganz genau platzieren. Ein Hänger am Grund oder in einem Ast – und man kann den Spot vergessen und muss weiterziehen. Gerade jetzt im Frühling halten sich die Forellen häufig unmittelbar am Ufer auf, vor allem bei unterspülten Zonen. Erfolgt hier kein Biss, kommen auch andere Bereiche in Frage. Tiefe Löcher und Gumpen sowie geschützte Verstecke unter grösseren Steinen sind im kalten Wasser ebenfalls bevorzugte Aufenthaltsorte der Forellen. Wo auch immer die Forelle steht, genau dorthin müssen wir unsere Köder bringen, direkt vor ihre Nase. Schliesslich sind Forellen bei niedrigen Wassertemperaturen kaum gewillt, lange und anstrengende Verfolgungsjagden durch den halben Bach zu tätigen. Noch versuchen sie, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Energie zu gewinnen. Jetzt gilt es, die Art des Köders, das Gewicht und die Grösse so zu wählen, dass so nah wie möglich am vermuteten Aufenthaltsort der Forelle gefischt werden kann. Ist einem das zu befischende Gewässer vertraut, hilft dies für den Fangerfolg ungemein. Dann kann man die Taktik den Gegebenheiten anpassen. Wer eine möglichst genaue Vorstellung davon hat, wo die Forellen sich aufhalten und wo Hänger zu erwarten sind, kann sich besser entscheiden, welchen Köder er wo einsetzen will. 

 Viel Farbe im Etui: Im Frühling bevorzugt Ronny Auffälliges.

Viel Farbe im Etui: Im Frühling bevorzugt Ronny Auffälliges.

 Mit diesen Hardbait-Typen gelingt die Saison-Eröffnung.

Mit diesen Hardbait-Typen gelingt die Saison-Eröffnung.


Ass I – Der Spinner

Genauigkeit

Der Spinner fängt fast immer und überall. Mit seinen Druckwellen sorgt er für viel Aufmerksamkeit unter Wasser. Zudem ist er einfach zu führen und somit optimal geeignet für den Spinnfischer-Einsteiger. Gleichmässig eingeholt lässt er sich nahe an Hindernissen vorbeiführen. Gerade wenn die Forellen dicht am Ufer stehen, ist er die erste Wahl. Spinner gibt es mittlerweile in vielen Farbvariationen, Formen und Gewichten. Bei den Farbmustern empfiehlt es sich, nebst den natürlichen Farben auch ein paar knallige UV-Farben dabei zu haben. Zwar wählt man bei klarem Wasser instinktiv natürlichere, dezente Farben, aber gerade besonders auffällige Farben können die Forellen provozieren und Verteidigungsattacken gegen den vermeintlichen Eindringling hervorrufen. Dies gilt insbesondere für den Start der Saison, wenn die Fische seit Monaten keine Köder mehr gesehen haben. 


Ass II    |    Der Wobbler


 
Perfekte Imitation

Die ursprünglich in Finnland entwickelten Wobbler sind mittlerweile in den USA und Asien zu veritablen Hightech-Ködern weiterentwickelt worden. Diese Hardbaits sind effiziente Köder, die aber nicht ganz einfach zu führen sind. Man kann Wobbler monoton einkurbeln, dann zeigen sie einen sehr engen Lauf und brechen kaum seitlich weg. Sobald man leichte Schläge aus dem Handgelenk gibt, beginnen Wobbler seitlich auszubrechen. So imitieren sie ein flüchtendes oder verletztes Beutefischchen. Für die Saisoneröffnung empfiehlt sich, auf sinkende Modelle von fünf bis sieben Zentimeter Länge zu setzen. Diese Hardbaits lassen sich am Bach gut und genau werfen und ebenso sicher führen. Ein sauber präsentierter Wobbler ist im Grunde die perfekte Fisch-Imitation.


Ass III    |    Der Micro-Spinnerbait 

Grundnah in der Tiefe

Spinnerbait. Ja, richtig gelesen. Die meisten Egli-Fischer kennen diese Art Köder. Doch auch im Bach ist der Micro-Spinnerbait perfekt einsetzbar und kann ein wahrer Forellenmagnet sein. Durch den Bleikörper und das rotierende Spinnerblatt am oberen Ende steht dieser Köder stabil in der Strömung und kann auch gut in den tiefen Pools des Bachs oder der Flüsse gefischt werden. Spinnerbaits sind schon per se fängig, können aber auch gut zusätzlich getunt werden. Dafür tauscht man den Drilling gegen einen Einzelhaken aus und montiert auf diesen einen kleinen Gummifisch mit Schaufelschwanz. Dies reduziert nicht nur die Hängergefahr ganz beträchtlich, sondern bringt auch zusätzliche Aufmerksamkeit. Der Gummifisch macht Druckwellen und gibt Geschmackstoffe ab, was die Forellen noch mehr reizt. Ein Spinnerbait kann wie ein klassischer Spinner einfach gleichmässig eingekurbelt werden. Doch auch leichte, vertikale Zupfer mit anschliessendem Taumel können den Biss bringen. 


Ass IV    |    Der Micro-Spoon 

Die Reizüberflutung

Spoon ist nichts anderes als das englische Wort für Löffel. Und Löffel sind altbekannte und bewährte Köder. Der Micro-Spoon ist also keine neue Erfindung, sondern eine Anpassung des herkömmlichen Löffels für einen ganz neuen Einsatzbereich. Aufgekommen sind die Micro-Spoons bei der Forellenteich-Fischerei, wo sie an einer Sbirolino-Montage gefischt werden. Schnell entdeckten auch die Egli- und die amerikanischen Bass-Fischer diese Köder und, wenig erstaunlich, sie funktionieren auch am Bach bestens. Der Micro-Spoon ist eigentlich nichts anderes als ein kleiner, dünnwandiger Löffel mit einem auffälligen Laufverhalten. Bei geringstem Zug beginnt der Köder zu taumeln und bei Spinnstopps flattert er. Das macht die Forellen geradezu wahnsinnig. Auch hier gibt es verschiedene Farbmuster und Gewichte. Es empfiehlt sich, stets ein paar verschiedene Farbmuster und Gewichte zur Hand zu haben. In starker Strömung sollte der Micro-Spoon schon fünf Gramm schwer sein, in ruhigeren Pools dürfen es ohne Weiteres 3,5 Gramm oder noch weniger sein. 

 

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