Von der Aare in die ganze Welt
12 | 03 | 2021 Video | DiversesText: Ruben Rod 12954
12 | 03 | 2021 Video | Diverses
Text: Ruben Rod 1 2954

Von der Aare in die ganze Welt

Der 21-jährige Berner Oluyomi Scherrer alias «Thispronto» ist in kurzer Zeit zum grös­sten Schweizer TikToker geworden. Seine derzeit rund sechs Millionen begeisterten Follower auf der Plattform für Kurzvideos leben auf der ganzen Welt und nur zu einem kleinen Bruchteil in der Schweiz. Zum Glück, denn sonst hätte «Petri-Heil» den leidenschaftlichen Fischer wohl nicht zum entspannten Gespräch in Frutigen treffen können.

Den kenne ich doch!», denkt sich «Petri-Heil»-Redaktor Ruben Rod, als er im Zug einen Blick auf die Titelseite von «20 Minuten» wirft. Und tatsächlich ist es ein Foto von Oluyomi Scherrer, der noch vor nicht allzu langer Zeit als Jungfischer an der Aare seiner ersten Forelle entgegengefiebert hat. Nun ist Oluyomi ein junger Mann und wagt den ganz grossen Wurf in den sozialen Medien. Seine Koch-Tutorials auf der App TikTok gefallen auf der ganzen Welt und begeistern immer mehr Follower. Die meisten von ihnen sind zwischen 16 und 24 Jahren jung und leben in den USA und Brasilien, gefolgt von Deutschland und Mexiko. Die Schweiz erscheint nicht in den Statistiken des Nutzerkontos, sie ist ein zu kleiner Fisch. Sein Markenzeichen ist ein iPad, auf dem er seine mehrheitlich frittierten Gerichte zubereitet. Die vorgestellten Rezepte sind unkompliziert und lassen sich gut nachkochen. Doch als ausgebildeter Koch steckt bei Oluyomi neben Kreativität und Freude am Essen auch solides Fachwissen dahinter. Begonnen hat diese Passion für das Kochen schon sehr früh, und zwar mit der Zubereitung der selbstgefangenen Fische.

 Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs.   © Vera Sommerhalder

Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs. © Vera Sommerhalder

 Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs.   © Vera Sommerhalder

Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs. © Vera Sommerhalder

 Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs.   © Vera Sommerhalder

Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs. © Vera Sommerhalder

 Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs.   © Vera Sommerhalder

Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs. © Vera Sommerhalder

 Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs.   © Vera Sommerhalder

Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs. © Vera Sommerhalder

 Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs.   © Vera Sommerhalder

Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs. © Vera Sommerhalder

 Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs.   © Vera Sommerhalder

Was mit dem Fangen und Zubereiten von Fischen früh begonnen hat, führt Oluyomi schliesslich zur Ausbildung zum Koch und jetzt zu einem Millionenpublikum. Heute kommt er seltener zum Fischen und umso wichtiger sind diese Momente des Ausgleichs. © Vera Sommerhalder


Fischen, Fischen!

Oluyomi ist vier Jahre alt, als sie in Norwegen eine Freundin seiner Mutter besuchen. Dort packt ihn das Fischfieber. Und zurück in Bern macht er allen klar: «I wott ga fischä!». Niemand sonst in der Familie fischt, und so bringt sich der kleine Bursche das Handwerk selbst bei und abonniert das «Petri-Heil». So oft es geht, begleitet ihn sein Gotti Vera ans Wasser und unterstützt ihn beim Eintritt in den Angelfischerverein Bern. Dort lernt er versierte Fischer kennen, die ihm das Fischen in den Berner Gewässer zeigen. Darunter Fritz Schneeberger, der sich für ihn besonders viel Zeit nimmt und Oluyomi sein Wissen und Material weitergibt. Der inzwischen verstorbene Altfischer bringt dem motivierten Jungfischer auch das Fliegenfischen und Nymphenbinden bei. Die ersten grossen Fänge macht er mit Brachsmen und Schleien am Vereinsgewässer, dem fischreichen Egelsee mitten im Berner Schosshaldenquartier. Schon bald entdeckt er die Patentgewässer des Kantons für sich, allen voran die Aare und die Bergseen. Über viele Jahre begleitet ihn Vera weiterhin und geniesst die Zeit am Wasser mit ihrem Göttibueb. Und nicht zuletzt auch das Fischessen, denn Oluyomi begeistert sich für das Zubereiten seiner Fänge.

 Oluyomi vor dem Schau-Aquarium des Tropenhaus Frutigen. Die Arbeit und das Team hier gefallen ihm sehr und es fällt ihm nicht leicht, diese Stelle zu verlassen und alles auf eine Karte zu setzen. © Ruben Rod

Oluyomi vor dem Schau-Aquarium des Tropenhaus Frutigen. Die Arbeit und das Team hier gefallen ihm sehr und es fällt ihm nicht leicht, diese Stelle zu verlassen und alles auf eine Karte zu setzen. © Ruben Rod


Vom Wasser in die Küche

Als es um die Berufswahl geht, entscheidet sich Oluyomi für die Kochlehre. Während dreier Jahre arbeitet er im Sonnenhofspital Bern und macht sich dieses Hobby zum Beruf. Im Anschluss an die Ausbildung reist er quer durch Europa, um seinen kulinarischen Horizont mit der Regionalküche verschiedener Städte zu erweitern. Nach diesem Feinschmecker-Marathon träumt er von einem eigenen «Foodtruck» in Bern. Die Streetfood-Kultur der Schweizer Hauptstadt habe eine Auffrischung nötig, findet er. Um sich dafür das nötige Startkapital zu verdienen, bewirbt er sich beim Tropenhaus Frutigen und findet dort eine ideale Stelle: «Gueti Arbeitszyte, es lässigs Team und huere viu Fisch.» Hier würde er wohl weiterhin arbeiten, wenn nicht die Überraschung auf TikTok dazwischengekommen wäre.

@thispronto

???????? Youtube&Insts: Thispronto??????

? You give me butterflies - ?amo a mis 94.3k subs?


Alles auf eine Karte

Es ist Februar 2020 und das Coronavirus ist gerade in Europa angekommen, als Oluyomi aus purer Neugierde mit der zunehmend populären Kurzvideo-Plattform TikTok zu experimentieren beginnt. Die Social Media und das Influencertum interessieren ihn, doch besondere Erwartungen hat er dabei keine. Es ist spät abends, als er aus einer Laune heraus mit einem iPad als Unterlage ein Gericht zubereitet und das Video unter seinem Kanal «Thispronto» auf TikTok stellt. Dieser und die daraufhin folgenden Beiträge gehen weltweit viral und werden über Nacht millionenfach angesehen. «Da hat es mich gepackt», erzählt er und zeigt auf dem Smartphone sein umfangreiches Nutzerprofil. Fast täglich erstellt er ein neues Video und arrangiert seinen Alltag inklusive des Militärdienstes so, dass er die hohe Frequenz an Beiträgen aufrechterhalten kann. Oft verbringt er das ganze Wochenende damit, Videos vorzuproduzieren, die er dann über die Woche verteilt hochladen kann. Nun ist ein Jahr vergangen und «Thispronto» ist tatsächlich zum grössten Schweizer TikToker geworden. Auf Ende Februar hat Oluyomi seine Stelle in Frutigen gekündigt und setzt alles auf eine Karte. Auf die aktuellen Pläne angesprochen, meint er: «Eine grosse deutschsprachige Community wäre toll!» Er erhofft sich durch den Ausbau der Kanäle auf YouTube sowie Instagram neue Akzente und Follower. Wohin die Reise geht, weiss Oluyomi nicht und lässt sich überraschen. Wie beim Fischen hofft er auf einen guten Fang. Wobei gerade ein Traumfisch in Sicht ist, mit Kurs auf den Köder. Jetzt nur nicht die Nerven verlieren und cool bleiben! Unter Druck setzen will Oluyomi sich nicht. Einen schönen Fischertag bereut man schliesslich auch nicht, wenn der kapitale Fang kurz vor den Füssen abdreht. Hauptsache man versucht es und hat Spass dabei.


Was wirklich zählt

Bereits hat «Thispronto» Werbedeals an Land gezogen und wird von einer internationalen Agentur unterstützt. Obwohl Oluyomi jetzt in den sozialen Medien nach den Sternen greift, sieht er dieses Unternehmen weiterhin als Experiment, bei dem die Kreativität und das Teilen der Freude am Kochen im Zentrum bleiben. Aber klar, «damit gutes Geld machen, ist auch super». Wir gehen gerade vom Tropenhaus dem Fluss entlang zum Bahnhof Frutigen, als er am Wasser stehen bleibt und den Satz fallen lässt: «Ist schon krass, wie viel Zeit wir jungen Leute heute am Handy hängen.» In den Social Media hält er sich nicht länger als nötig auf und steckt sein Smartphone weg, wenn er mit Familie und Freunden zusammen ist. «Und beim Fischen immer das Handy aus dem Sack nehmen, geht schnell mal schief?…» Etliche Petrijünger können das nur bestätigen. Damit Oluyomi mit der virtuellen Gemeinschaft so viel teilen kann, braucht er Ausgleich und ausreichend Erfahrungen in der (realen) Welt. Und ein bisschen stolz auf einen globalen «Exportschlager» wie ihn dürfen wir Schweizer auch sein: Das Bildungssystem, die schönen Gewässer und faire Fischer haben Oluyomi mitgeprägt und ihn dabei unterstützt, sein kreatives Potenzial zu entfalten. Und wer seinen Videos folgt, kommt nicht um Käse und Schokolade herum.


 TikTok ist derzeit eine der am schnellsten wachsenden sozialen Plattformen und ist besonders bei den Jungen sehr beliebt.

www.tiktok.com/@thispronto

 

1 Kommentare


Simon Bettschen

23 | 03 | 2021

Das ist ganz ein sympatischer Typ, er hat bei mir die RS als Truppenkoch gemacht.


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