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| 04 | 03 | 2026 | Praxis | |
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Bevor das Eis auf den Seen dem warmen Wetter zum Opfer fällt, lohnt es sich, nochmals mit Bohrer und kurzer Rute loszuziehen. Denn im Frühling ist das Eisfischen oft besonders erfolgversprechend.
Ich teile das Eisfischen in drei Phasen ein: die «Eröffnungsperiode», die «Zwischenperiode» und die «Spätperiode». In der Eröffnungsperiode sind die Fische oftmals sehr beissfreudig. Sie haben für längere Zeit keinen Köder mehr gesehen, und an vielen Gewässern, wo Eisfischen erlaubt ist, wurde vor dem Zufrieren des Sees nochmals ein Besatz gemacht. Diese Phase dauert meiner Erfahrung nach je nach Gewässer und Befischungsdruck nur wenige Tage bis wenige Wochen.
Anschliessend folgt die «Zwischenperiode». Typischerweise ist dies der Monat Februar. Es wurden nun seit Saisonbeginn schon viele Fische gefangen und die, die noch drin sind, sind vorsichtiger geworden. Zwar fängt man auch im Februar seine Fische, doch sind oftmals mehr Ausdauer, Finesse und auch Gewässerkenntnisse gefordert als noch zu Beginn der Eisfischersaison.
Dann machen viele Eisfischer einen in meinen Augen entscheidenden Fehler: Frustriert von den (spärlichen) Erfolgen der «Zwischenperiode» verstauen sie ihr Eisfischermaterial bis im nächsten Jahr im Keller. Dabei geht in der «Spätperiode» im März häufig nochmals so richtig die Post ab! Die Temperaturen steigen und lassen den Schnee schmelzen. Das Eis hingegen trägt noch lange und die Bewohner darunter scheinen plötzlich nochmals einen Heisshunger zu verspüren. Nun schlägt die Stunde der Grossfische: Die meisten meiner grössten «Eisfische» konnte ich gegen Ende der Eisfischersaison fangen. Dabei musste ich in punkto Köder und Stellenwahl gar nicht gross etwas ändern im Vergleich zu meinen Ausflügen zu Beginn der Saison: Es scheint ganz einfach so, als wäre der Schalter, wie man so schön sagt, nochmals umgekippt.
Das Eisfischen im Frühling bringt weitere Annehmlichkeiten mit sich: Man braucht an einem schönen Tag nicht mehr rumzulaufen wie ein Eskimo. Mit einer Kleiderschicht weniger kommt man jetzt oftmals aus, manchmal genügt schon ein T-Shirt. Auch die Fischerzeit verlängert sich durch die länger werdenden Tage merklich: Betrug die Zeit zwischen Sonnenauf- und -untergang am 1. Januar gerade einmal achteinhalb Stunden, so sind dies Mitte März bereits 12 Stunden und damit dreieinhalb Stunden mehr an potenzieller Fischerzeit. Manchmal ist Eisfischen sogar bis in den April hinein möglich – doch dann sollte man sich je nach Temperaturverhältnissen eher auf den Morgen konzentrieren. Nicht, dass man noch nasse Füsse bekommt ...
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