[Auf Schwalenfang |] Materialwahl
14 | 10 | 2021 PraxisText & Fotos: Yanik Gsell 0192
14 | 10 | 2021 Praxis
Text & Fotos: Yanik Gsell 0 192

Auf Schwalenfang | Materialwahl

Im Beitrag «Auf Schwalenfang» zeigte Yanik Gsell, wie man die Schwalen zuverlässig an den Haken bringt. In diesem Artikel erfährst Du, welches Material es braucht, um beim guten alten Ansitz­fischen Erfolg zu haben.


1
| Rute

Ruten gibt es in einer unglaublichen Auswahl. Fürs Schwalenfischen braucht es nicht zwingend eine edle Rute – im Gegenteil; eine moderne Spinnrute funktioniert hier weniger gut als eine einfache Teleskoprute. Ich bevorzuge ein Modell mit 2,60 m Länge. Dies reicht bestens aus, sofern man nicht gerade in einer Schilflücke fischt. Hat die Rute grosse und nicht allzu viele Rutenringe, lässt sich die Montage deutlich besser auswerfen. Wer es einfach mal probieren will, ist mit einer günstigen Rute vom Discounter gut bedient. Ich habe schon manche Kinder am Wasser instruiert und kann sagen, dass eine günstige Rute für den Anfang vollkommen ausreicht.


2 | Rolle

Die Rolle muss Schnur aufspulen und wieder abgeben, mehr nicht. Eine Stationärrolle in der Grösse 2000 oder 2500 reicht länstens aus. Die Kampfkraft kleiner und mittlerer Schwalen fordert kaum je die Bremse.


3 | Schnur

Bei der Schnur darf es schon gute Qualität sein. Ich bevorzuge eine gute monofile Schnur mit einem Durchmesser zwischen 0,20 mm und 0,25 mm. Die monofile Schnur bedarf übrigens einiger Pflege, starke Sonneneinstrahlung setzt ihr zu und macht sie spröde und trüb. Entweder kann man sie einfetten oder regelmässig die vordersten paar Meter abschneiden.

Eine eingefettete Schnur hält deutlich länger und hat zudem den Vorteil, dass sie nicht absinkt. Dadurch lässt sich der Anschlag viel besser setzen.


4 | Schnurstopper

Als Schnurstopper beim Fischen mit dem Laufzapfen kann man Silikonperlen oder Garnschnüre in Verbindung mit einer Laufperle verwenden.  Garnschnurstopper gleiten besser durch die Ringe und sind etwas günstiger; aus Gewohnheit montiere ich aber stets Silikonperlen.


5 | Laufzapfen & Stachelschweinzapfen

Je tiefer die Fische stehen, desto mehr Tragkraft muss der Zapfen aufweisen. Ich fische meistens im warmen Sommerwasser auf Schwalen. Dann stehen die Schwalen hierzulande üblicherweise in einer Tiefe von einem halben bis maximal sechs Meter. Dafür reicht ein 8-Gramm-Laufzapfen vollständig aus.

Stehen die Fische flach, verwende ich den Stachelschweinzapfen. Dieser wird mittels eines Gummis direkt an der Schnur fix montiert. Ich benütze diese Montage nur für eine Tiefe von maximal zwei Metern. Darüber hinaus wird es ärgerlich beim Auswurf.  Für den gezielten Fang kleiner Schwalen ist die Stachelschweinzapfen-Montage perfekt.


6 | Blei

Für die Laufzapfenmontage verwende ein Lochblei. Dieses soll ein bis zwei Gramm weniger als die Tragkraft des Zapfens wiegen. Für einen 8-Gramm-Laufzapfen wähle ich daher ein Lochblei mit 7oder 6 g Gewicht; schliesslich kommt noch das Gewicht des Karabiners, des Hakens und ein oder zwei kleiner Schrotbleie hinzu. Der Zapfen sollte perfekt ausgebleit sein, dann funktioniert die Bisserkennung am zuverlässigsten. Zwischen Laufblei und Karabiner schalte ich zum Schutz des Knotens noch eine Gummiperle ein. Dadurch ist der Knoten vor den Schlägen des Bleis geschützt.


7 | Karabiner

Karabiner mit einem Wirbel empfehle ich unbedingt. Der Wirbel mindert den Schnurdrall, der beim Einziehen der Montage entsteht. Die Karabiner sollten nicht zu gross gewählt werden und ein schnelles Wechseln des Vorfachs ermöglichen.


8 | Vorfach

Gewöhnliche monofile Schnur als Vorfach oder Fluorocarbon? Der wesentliche Unterschied dieser Schnüre ist das Rohmaterial: Monofile Schnur besteht aus Polyamid und Fluorocarbon-Schnur aus Polyvinyliden­fluorid. Meine Erfahrungen zeigen, dass man mit Monofil genauso gut fängt wie mit Fluorocarbon. Monofil wird allerdings schnell milchig und rau und muss regelmässiger gewechselt werden. Das Vorfach darf auch richtig dünn sein, z. B. 0,12?mm, dicker als 0,20 mm sollte es keinesfalls sein. Monofil ist nicht nur um einiges günstiger, es hat, gerade in den tiefen Durchmessern, eine höhere Tragkraft als Fluorocarbon, was von Vorteil ist, wenn sich per Zufall mal eine Schleie, ein Alet oder ein Brachsmen am Köder vergreift.


9 | Haken

Zu guter Letzt noch etwas zum Haken. Scharf und stabil sollte er sein. Beim Einsatz von Mais nehme ich einen 6er- oder 8er-Haken, bei Fleischmaden einen in der Grösse zwischen 12 und 16. Wer ohne Patent unterwegs ist, muss den Widerhaken zwingend abdrücken. Aber auch sonst braucht es den Widerhaken eigentlich nicht. Das Hakenlösen gestaltet sich deutlich einfacher ohne.

 

0 Kommentare


Keine Kommentare (Kommentare erscheinen erst nach unserer Freigabe)


Schreibe einen Kommentar:

Zurück zur Übersicht

Das könnte Dich auch interessieren: