Spinner geht immer
06 | 12 | 2021 PraxisText & Fotos: Alexander Burgstaller 03164
06 | 12 | 2021 Praxis
Text & Fotos: Alexander Burgstaller 0 3164

Spinner geht immer

Die Fischerei hat eine enorme Köder­vielfalt hervorgebracht. Manche Erfindungen sind uralt, aber funktionieren auch heute noch bestens. Alexander Burgstaller setzt nach wie vor auf den Klassiker Spinner. Das geht auch modern.


Wenn im Wasser mit den heutzutage üblichen Gummiködern nichts mehr geht, lohnt sich ein Versuch mit dem klassischen Spinner. Denn die Spinnerblätter erzeugen eine Art von Druckwellen, die sich deutlich von denen eines Gummis unterscheiden. Ein weiterer Faktor sind die Reflektionen des Lichts auf dem Spinnerblatt. Schon oft hat mir der Wechsel auf einen Spinnköder den Schneidertag erspart, wenn sich auf die modernen Verführer in meiner Köderbox einfach kein Biss einstellen wollte. Aber muss es denn immer derselbe alte Mepps sein? Nein, da gibt es verschiedene Alternativen.

Jigspinner

Zu den bekanntesten Jigspinnern gehört der «SpinMad». Diesen gibt es in verschiedenen Grössen von 4 bis 35 Gramm. Er wird als «Original» (sinkend, für tiefere Gewässer) und «Jigmaster» (langsam sinkend, für flachere Gewässer) angeboten. Die kleinen Modelle sind perfekt für die Egli, aber nicht selten nehmen auch Hechte einen kleinen Jigspinner. Das Spinnerblatt sorgt für mächtig Druckwellen im Wasser und dank des schweren Jigs lässt sich dieser Spinner kompakt und gut auswerfen. Er ist ein vielfältiger Köder, der sich in vielen Gewässern verwenden lässt und auch in unterschiedlichen Varianten anderer Hersteller zu finden ist. Diese Spinnerform ist bei meinen Ausflügen auf Raubfische immer mit dabei.

 

Gummispinner

Bekannt geworden sind die Gummispinner mit dem «Divinator» von Biwaa. Dieser Köder mit dem Gummikörper und einem Spinnerblatt am Schwanz ist mein absoluter Favorit unter den Spinnervarianten auf Hecht. Mit verschiedenen Grössen und Gewichtsbereichen lässt sich dieser Köder auf verschiedene Arten durchs Wasser führen. Alle Modelle der Divinatorserie sind so austariert, dass sie eine Absinkgeschwindigkeit von rund einem Meter pro Sekunde haben, so dass man die Tiefe anhand der Absinkzeit abschätzen kann. Wer es nur mit Gummi treiben will, aber doch ein wenig spinnen möchte, kann das damit bestens tun.

 

Spinnerbait

Spinnerbaits unterscheiden sich von anderen Ködern durch einen charakteristischen Drahtbügel, der den Haken mit dem Spinnerblatt verbindet. Der Köder ist in der Regel ein Jighaken mit Silikonfransen. Optional kann man diesen Jighaken auch noch mit einem Gummi- oder Köderfisch bestücken. Je schwerer das Gewicht des Jigs ist, umso tiefer kann der Spinnerbait präsentiert werden. Am besten lässt sich dieser Ködertyp jedoch eher flach in einer Tiefe von 0,5 bis 3 Meter präsentieren. Ein grosser Vorteil des Spinnerbaits ist das Fischen in hindernisreichen Zonen, da der Haken durch den Drahtbügel vor Hänger geschützt wird. Spinnerbaits gibt es in zahlreichen Grössen und Farben. Obwohl sie in Nordamerika zu den beliebtesten Ködern gehören, werden sie in Europa erstaunlich selten verwendet.

 

Eigenbauten mit Spinnerblättern

Gummiköder lassen sich auch selbst zum Gummispinner umbauen. Man braucht dazu nur ein Spinnerblatt mit einem Federgewinde, das in den Gummi geschraubt werden kann. Falls es sich um einen Köder mit mehreren Anbissstellen handelt, lässt sich auch einer der Haken via Sprengring mit einem Spinnerblatt am Wirbel ersetzen. Dasselbe gilt für Jighaken, die auf der Unterseite noch eine zweite Öse haben. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt und auf diese Weise können alte Gummis und Spinner (blätter) zu einem erfolgreichen Comeback gebracht werden.

 

Der Klassiker

Zu guter Letzt nun noch der gute alte Mepps. Zu Recht zählt er zu den absoluten Klassikern unter den Spinnern. Jeder Fischer kennt ihn oder hat mit ihm die ersten Spinn-Erfahrungen gemacht. Durch die stark angewachsene bunte Vielfalt in den Fischerläden sind die Spinner etwas in Vergessenheit geraten, obwohl sie als Köder immer noch bestens funktionieren. Den Mepps, aber auch andere bewährte Modelle wie den Vibrax von Blue Fox gibt es in fast allen Grössen und Gewichtsbereichen, so dass auch tiefere Regionen abgefischt werden können. Alles in allem sind die schlichten Spinner nach wie vor Topköder, die kaum Platz in der Box brauchen und meiner Ansicht nach weiterhin dabeibleiben sollten.

 

Simpel und effektiv

Je nach Zielfisch kann bei allen Spinnervarianten die Grösse angepasst werden. Je grösser der Köder, desto grösser der Zielfisch. Schau mal im nächsten Fischerladen vorbei und halte Ausschau nach Spinnerblättern. Es gibt noch einige Variationen mehr als die hier vorgestellten. Viel falsch machen kannst Du mit den Spinnereien nicht. Denn meistens gilt schlicht: Auswerfen und Einkurbeln, that’s it.

 

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