Ködertuning – Eine Übersicht
01 | 03 | 2019 PraxisText & Fotos: Ivan Valetny 01395
01 | 03 | 2019 Praxis
Text & Fotos: Ivan Valetny 0 1395

Ködertuning – Eine Übersicht

Wir alle möchten erfolgreicher fischen. Darum kaufen wir immer wieder neue Köder und probieren die verschiedensten Dinge aus. Doch anstelle eines Neukaufs kann man auch alte Köder optimieren. Ivan Valetny zeigt uns, was man zu Hause an den Wobblern, Löffeln und Zockern alles verbessern kann.


Haken optimieren


Einzelhaken statt Drilling

Mittlerweile verwenden einige Petrijünger mit Vorliebe Einzelhaken beim Fischen auf Bachforelle. Damit soll die Forelle beim Fang bestmöglich geschont werden. Leider bringen Einzelhaken auch mehr Fehlbisse. Beim Umrüsten sollte man unbedingt darauf achten, nicht zu dünne Modelle auszuwählen. Es gibt viele solche Einzelhaken für Wobbler und Spinner mit einem extragrossen Öhr für den Sprengring. Viele davon sind fein gebaut und biegen schnell auf. Da ein Einzelhaken meist leichter ist als ein Drilling, läuft ein Wobbler mit Einzelhaken anders als mit Drillingen. Da kann es durchaus Sinn machen, das fehlende Gewicht mit einem halbierten Klemmblei oder Wickelblei am Haken auszugleichen, um den Lauf wieder zu verbessern. Es gibt auch sehr dickdrahtige Einzel­haken fürs Umrüsten. Dadurch fällt der Gewichtsunterschied weniger stark aus. 
 

Drillinge austauschen

Ich ersetze oft die originalen Drillinge bei meinen Ködern durch hochwertigere Haken. Einige Modelle sind so dünndrahtig, dass sie sehr schnell aufbiegen. Der Jackson Trout-Tune HW ist ein Bespiel für einen feinen serienmässigen Drilling. Es macht meiner Meinung nach keinen Sinn, einen Drilling zu verwenden, der bereits bei einer 30er-Forelle aufbiegt; ein Bisschen was muss er schon aushalten können, auch bei kleinen Ködern. Gerade bei den kleinsten Wobblern sind mir die Drillinge oft ein wenig zu gross. Da wechsle ich auf kleinere Modelle mit guter Schärfe und Stabilität. Man muss schon etwas auf die Suche gehen, aber in der Regel findet man in einem grossen Fischereifachgeschäft die passendenden Drillinge zum Umrüsten.


Drillinge schmücken


Drillinge mit einem eingebundenen

Federbüschel haben mehrere Vorteile. Einer davon ist der grössere Widerstand, der einen Oberflächen-Stickbait noch stärker im «Walk the Dog»-Style laufen lässt. Auch verbessert so ein Drilling die Bissausbeute, da er zusätzliche Angriffsfläche für den Unterdruck eines angreifenden Fischs bietet. So wird der Köder besser inhaliert und der Drilling sitzt zuverlässiger.

Ich mache mir solche Drillinge selbst und nehme dafür einfach ein paar feine Federn. Von den Federn binde ich ein kurzes Stück in jeden der drei Hakenschenkel-Zwischenräume mit Bindefaden ein. Danach lackiere ich den Binde­faden mit UV-Lack und härte ihn aus. Vor allem für Egli-Popper und schwimmende Stickbaits funktioniert dieser Drilling ausgezeichnet.

Man kann einen solchen Drilling auch an einem normalen Wobbler montieren. Der Drilling ähnelt mehr einer Schwanzflosse und der Lauf wird durch den erhöhten Widerstand weniger aggressiv. So bekommt der Köder ein neues Laufverhalten, was gerade bei misstrauischen Egli, die schon alles gesehen haben, zum Erfolg führen kann.
 

Sprengringe einfügen

Da Forellen schnelle Schwimmer sind und im Drill gerne massive Sprünge vollführen, verliert man diese Fische häufig. Wenn eine kampfstarke Seeforelle den Köder schnappt, kann ein Köder mit hohem Eigengewicht (20 Gramm und mehr) im Drill infolge der Masseträgheit und der damit verbundenen Hebelwirkung des Löffels leicht abgeschüttelt werden. Es gibt eine altbewährte, vor allem unter Seeforellenfischern gängige Modifizierung, die dem entgegenwirkt: Zwei ineinandergreifende Sprengringe werden zwischen Drilling und Löffel geschaltet. Mit einem zusätzlichen Sprengring wird man weniger Aussteiger im Drill verzeichnen. 

Diese Methode macht dort Sinn, wo schwere Köder verwendet werden. Ich montiere bei Egli-Juckern gerne zwei Sprengringe und einen kleinen Federbüscheldrilling. Dadurch ist der Drilling beweglicher und dank dem Einsaug-Widerstand der Federn wird der Drilling besser inhaliert.


Zusatzgewicht


Blei aufkleben

Manche Oberflächenwobbler sind zwar fängig, fliegen aber zu wenig weit. Andere wiederum verändern und verbessern ihr Laufverhalten, wenn man sie zusätzlich beschwert. Ich experimentiere hier immer mal wieder mit halbierten Klemmbleien und Sekundenkleber.

Zwar gibt es im Fachhandel spezielle Bleie zum Aufkleben, aber mir gefallen halbe Klemmbleie besser. Man kann das Gewicht passend auswählen, sie sind günstiger als die speziellen Klebbleie und vor allem sind sie kleiner, schwerer und somit unauffälliger als ein gros­ses, flaches Klebeblei.

Wählt man das Gewicht passend, laufen die Wobbler etwas agiler und es wird einfacher, sie richtig zu animieren. Sie fliegen dadurch definitiv weiter und überschlagen sich kaum beim Wurf. Das Blei wird bei Oberflächenködern üblicherweise hinten angebracht. Dabei sollte man aufpassen und nicht zu viel Gewicht anbringen. Sinkende Wobbler darf man vor
allem an Bergseen oder beim See­forellen-Fischen zusätzlich bebleien, denn hier ist zusätzliche Wurfweite eigentlich immer willkommen. Bei Wobblern sollte man das Gewicht immer an der Bauchseite anbringen, da dort der Lauf des Wobblers am wenigsten beeinflusst wird. 
 

Drillinge bebleien

Eine andere Möglichkeit, um zusätzliches Gewicht an den Wobbler zu bringen, ist die Beschwerung der Drillinge. Diese Bebleiung zeigt auch bei Spinnern einen Effekt. Diese laufen dann konstant etwas tiefer als vorher und fliegen ebenfalls weiter.

Ich wähle möglichst feines Wickelblei und bestreiche dieses anschliessend mit einem UV-Lack, den ich aushärten lasse. So bleibt das Gewicht am richtigen Platz und rutscht nicht beim Wurf. Das ist zwar etwas aufwändiger, dafür hat man mit einem so präparierten Köder länger Freude. Man kann es auch auf die Spitze treiben und das Blei anschlies­send mit Floss ummanteln. So hat man einen zusätzlichen Farbreiz, den garantiert kein anderer Wobbler hat!

 Gerade bei Oberflächenködern für die Egli-Fischerei können kleine Justierungen grosse Wirkung zeigen.

Gerade bei Oberflächenködern für die Egli-Fischerei können kleine Justierungen grosse Wirkung zeigen.

 Mit dünnem Bleidraht (oben) oder aufgeklebten Klemmblei-Hälften lässt sich ein Stickbait zum Weitwurfgeschoss umbauen.

Mit dünnem Bleidraht (oben) oder aufgeklebten Klemmblei-Hälften lässt sich ein Stickbait zum Weitwurfgeschoss umbauen.

 Es braucht nicht viel Geschick, um Köder mit einigen Kniffen merklich aufzuwerten.

Es braucht nicht viel Geschick, um Köder mit einigen Kniffen merklich aufzuwerten.

 
Am Wasser


Haken schärfen

Ein scharfer Haken ist ein Muss, um erfolgreich Fische zu fangen. Es gibt Fischer, die werfen einen Drilling direkt weg, wenn er etwas stumpf geworden ist oder sich eine Hakenspitze etwas verbogen hat. Ich habe mit geschärften Drillingen gute Erfahrungen gemacht und muss daher nicht ständig neue Drillinge kaufen. Ich schleife die Drillinge mit einem flachen Schleifstein. Alle drei Seiten sanft über die Oberfläche gleiten lassen, damit jede Spitze von zwei Seiten geschärft wird. So kann man die meisten Drillinge wieder scharf bekommen und sie greifen wieder ausgezeichnet. Es gibt auch spezielle Hakenschärfer mit einer Kerbe im Schleifer. Ich bevorzuge aber einen flachen Schleifstein. Dieser ist nicht teuer und kann in jedem grösseren Fischerei- oder Jagdgeschäft oder gar der «Landi» erworben werden.
 

Marker

Ein wasserfester Marker kann Ködern einen zusätzlichen Reiz verleihen. Es ist eine ziemlich einfache Variante, um seine Köder situationsgerecht anzupassen. Dies kann je nach Sachlage und Gewässer massgeblich zum Fangerfolg beitragen. Es gibt zum Beispiel Forellengewässer, wo Wobbler mit einem orangen Bauch viel besser genommen werden als solche mit einer weissen Unterseite. Wenn man nun ein vom Lauf her passendes Modell hat, aber das keine orangen Bauch hat, kann man mit einem Permanent-Marker den Bauch einfärben. Schwarz ist an einigen Gewässern auch eine interessante Bauchfarbe wegen des grossen Kontrasts zum Himmel.

Auch kann man auf einem Spinner eigene Muster aufmalen, je nach Vorliebe. Ich habe gerne schwarze Punkte auf silbernen Spinnern. Damit fische ich in Gewässern, wo diese Farbe besser fängt als alle anderen.

Ein anderes, vielversprechendes Muster sind weiss-rote oder weiss-schwarze Punkte. Ganz im Stil einer Bachforelle. Damit kann man seine Wobbler, Spinner oder Löffel gut optimieren. Einige Fischer schwören an unseren Bergseen auf silberne Mozzi-Löffel, die mit einigen solchen Punkten versehen sind. Probieren macht klug, und wenn man etwas gefunden hat, das besser funktioniert als im Originalzustand, steigt auch die Freude.
 

UV-Marker

UV-Marker sind ein neuer Trend auf dem Angelmarkt. Sie leuchten im ultravioletten Farbspektrum auf, was für uns Menschen nur mit einer UV-Lampe sichtbar wird. Fische nehmen dieses Farbspektrum viel stärker wahr. Da die meisten unserer Raubfische aktive Dämmerungsräuber sind, sind ihre Augen auf diese Lichtverhältnisse ausgelegt. Wenn man nun mit einem UV-Marker einen normalen  Gummifisch oder Wobbler bemalt, kann man mit solchen UV-Stellen einen Beissreflex beim Fisch auslösen. Passende Musterungen für UV-Stifte sind Querstreifen und markierte Kopfpartien, um einen Bisspunkt zu erzeugen. Ganz ähnlich wie die klassischen rot-weissen Hechtwobbler.

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