Das Doppeljig-Rig
24 | 10 | 2018 Praxis | VideoText & Fotos: Ivan Valetny 064
24 | 10 | 2018 Praxis | Video
Text & Fotos: Ivan Valetny 0 64

Das Doppeljig-Rig

Zwei Köder machen schon fast einen Schwarm, Futterneid steigert die Bissausbeute und mit zwei Bleiköpfen kommt man doppelt so schnell in die Tiefe: Gute Argumente für das Doppeljig-Rig.

Wenn die Egli wieder tiefer stehen und in grossen Trupps im unteren Mittelwasser unterwegs sind, schlägt die Stunde des Doppeljig-Rigs. Wo die Verwendung zweier Köder erlaubt ist, ist diese Methode sehr zu empfehlen. Dies ist in der Schweiz von Gewässer zu Gewässer verschieden. Am Bielersee ist es beispielsweise erlaubt, am Zürichsee oder Neuenburgersee hingegen nicht. Es wird empfohlen, sich vorher genaue Auskünfte im Reglement oder bei der Fischereibehörde zu verschaffen!

Mit zwei bebleiten Ködern an der Montage kann man effizient in tieferen Bereichen fischen. Zum einen bleiben sie leichter in der fängigen Zone als ein einzelner Köder. Zum anderen sehen zwei normal bebleite Köder auch besser aus als ein einzelner Gummifisch am zwangsläufig überdimensionierten Jigkopf; auch ihr Spiel ist um ein Vielfaches attraktiver. 


Gerät

Für diese Art der Fischerei verwende ich straffe Egliruten mit einem Wurfgewicht bis 30, 40 Gramm. Wenn zwei 30er-Egli am Band sind, ist man froh darüber. Als Hauptschnur gehe ich auch eine Nummer dicker als beim Finesse-Angeln, eine Tragkraft von 7, 8 Kilo darf es durchaus sein. Die Rolle sollte mindestens eine 2500er sein, da die Bremse durch den Widerstand bei der Führung und im Drill stark beansprucht wird.


Aufbau

Beim Hauptstamm wie auch beim Seitenarm verwende ich den gleichen Durchmesser. Dies ist mindestens ein 21er-Fluorocarbon, doch Durchmesser bis 0,30 mm machen absolut Sinn, weil die auf die Schnur wirkenden Kräfte um ein Vielfaches grösser sind als bei einem einzelnen Köder. Wenn zwei grosse Egli in entgegengesetzte Richtungen ziehen und dazu Kopfschläge machen, reisst eine dünne Schnur zu schnell oder der Knoten vom Seitenarm löst sich.

Den Seitenarm mache ich drei bis maximal fünf Zentimeter lang. Nicht länger, sonst gibt es Verwicklungen. Als Knoten verwende ich einen doppelten «Gäggeliknoten» (Hausfrauenknoten), welchen man auch von den Felchengamben her kennt. So steht der Seitenarm immer schön ab und verheddert sich weniger.

Den Abstand zwischen den beiden Jigs halte ich bei etwa 30 Zentimeter. So kann man noch gut auswerfen und das Spiel der Köder ist trotzdem auffallend aggressiv.

Die Vorfachlänge misst insgesamt etwa 80 Zentimeter. So ist die Hauptschnur genug weit weg von den Ködern und die Montage entsprechend unauffällig. Wähle ich zwischen den Jigs einen grös­seren Abstand, verkürze ich die Distanz zur Hauptschnur, denn bei langen Montagen wird es schwierig, noch anständig auszuwerfen und ich will den Verbindungsknoten beim Auswurf nicht in den Rutenringen haben.  

Dieser ist bei mir meist ein Albright-Knoten. Der ist etwas dünner als ein doppelter Konterknoten, dafür aber schwieriger zu binden. Beide Knoten habe ich in Videoform auf meinem Youtubekanal vorgestellt.

Die Kombination von Pintail und vorgeschaltetem Schaufelschwanz bringt bei Ivan die besten Resultate.

Führung

Da die Köder gemeinsam recht schwer ausfallen können, verwende ich explizit straffe Ruten, um die Jigs überhaupt animieren zu können. Die Jigs bremsen und beeinflussen sich wechselseitig, weshalb der Lauf absolut unvorhersehbar ist. Dies treibt die Egli zur Weissglut.

Ich führe in recht aggressiven Rucken mit teils langen Pausen. In den Absinkpausen beissen die meisten Fische. Wenn die Egli nicht ganz so aktiv sind, animiere ich die Montage etwas sanfter.

Wenn man einen Biss spürt, sofort recht hart anschlagen, da man den Anhieb meistens in eine grosse Tiefe durchbringen muss. Oft steigt ein paar Sekunden nach dem ersten ein zweites Egli ein. Dies hakt sich dann zuverlässig selbst. Man merkt das umgehend durch den viel grösseren Widerstand im Drill.


Köderwahl

Ich bevorzuge es, am oberen Seitenarm einen leichteren Jig als unten zu wählen. So verdreht sich die Montage beim Auswerfen nicht. Für ein möglichst aktives Spiel der Köder verwende ich am oberen Jig einen «Action-Shad» mit Schaufelschwanz, der bremsend wirkt. Am unteren Jig aber einen «Pintail» mit spitz zulaufendem Körperende, welcher durch seinen fehlenden Widerstand extrem hin und her springt. Vor allem in Kombination mit Action-Jigs kriegt man so ein extrem lebendiges Laufverhalten. Ich bevorzuge die Kombination von einem 5 cm «Action-Shad» oben und einem 7 cm «Pintail» unten. Man kann aber auch gut mit zwei 5 cm oder zwei 7?cm Ködern experimentieren. Es gilt wie immer: Ausprobieren und die persönliche Top-Kombination für das eigene Gewässer herausfinden.

 

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