Begeisterung fürs Fischen – trotz Handicap
24 | 04 | 2026 Schweiz | DiversesInterview: Hansjörg Dietiker 0154
24 | 04 | 2026 Schweiz | Diverses
Interview: Hansjörg Dietiker 0 154

Begeisterung fürs Fischen – trotz Handicap

«Fischen trotz Handicap» ist ein Projekt des 111er Clubs unter dem Patronat des Schweizerischen Fischerei-Verbands. Die Veranstaltungen haben eine grosse Signalwirkung, sowohl in Fischerkreisen wie auch in der Öffentlichkeit. «Petri-Heil»-Mitarbeiter Bernard Stegmayer ist seit zwei Jahren Projektleiter und macht spannende Aussagen.


Die Idee für das Fischen mit behinderten Mitmenschen entstand bei einem Glas Wein am Hafen von Rapperswil. Philipp Sicher, damals SFV-Geschäftsführer, und «Petri-Heil»-Herausgeber Hansjörg Dietiker, damals Präsident des 111er Clubs, setzten den Plan auch um. So richtig vom Fleck kam jedoch das Projekt nicht bis 2024, als Philipp Sicher, inzwischen 111er Club-Präsident, einen Projektleiter fand, der seine Vorstellungen in die Tat umsetzen konnte. Wir befragten Bernhard Stegmayer zu seiner Erfolgsgeschichte:

 Bernhard Stegmayer jagt mit Vorliebe Raubfische (hier mit isländischem Saibling): «Die Begeisterung beim ‹Fischen trotz Handicap› ist beidseitig riesig – bei Teilnehmern sowie den Organisatoren und Helfern!»

Bernhard Stegmayer jagt mit Vorliebe Raubfische (hier mit isländischem Saibling): «Die Begeisterung beim ‹Fischen trotz Handicap› ist beidseitig riesig – bei Teilnehmern sowie den Organisatoren und Helfern!»


«Petri-Heil»: Du hast 2024 die Leitung des 111er-Projekts übernommen. Mit welcher Motivation?

Bernhard Stegmayer: «Fischen trotz Handicap» habe ich in den letzten Jahren nur am Rand wahrgenommen. Intensiver habe ich mich damit befasst, nachdem mich Philipp Sicher vom 111er Club anfragte, ob ich als Projektleiter «Fischen trotz Handicap» schweizweit bekannt machen und umsetzen, also pushen würde. Für mich kamen dabei mehrere Faktoren zusammen. Einerseits habe ich als selbstständiger Kommunikations-Fachmann das Know-how und die Erfahrung, wie man Projekte umsetzt, anderseits bewege ich mich seit über 30 Jahren in der Nonprofit-Szene, d. h. ich unterstütze gemeinnützig tätige Organisationen aus den Bereichen Sozialwesen, Kultur, Bildung, Naturschutz, Kirche und Humanitäre Hilfe. Zudem schätze ich persönlich auch sehr den Kontakt mit Menschen, die mit einer Behinderung leben. Mit ihrer Art tun sie unserer Gesellschaft einfach gut! Und natürlich die Fischerei selbst, die ich seit Kindesbeinen selbst betreibe. Erlebnisse in der Natur sind für alle eine Bereicherung – also das passt einfach.

 Wie hier am Lungerersee braucht es helfende Hände beim Fischen trotz Handicap.

Wie hier am Lungerersee braucht es helfende Hände beim Fischen trotz Handicap.


Bereits in den ersten beiden Jahren konntest du Vereine in verschiedenen Regionen für «Fischen trotz Handicap» gewinnen. Ein überzeugender Start?

Um Vereine zum Mitmachen zu bewegen, braucht es immer Gespräche, es ist Überzeugungsarbeit. Aber in vielen Vereinen hat es Fischer, denen der soziale Aspekt der Fischerei wichtig ist. In Kombination mit einem öffentlichkeitswirksamen Auftritt ist das für Fischereivereine durchaus eine neue Erfahrung. Von allen teilnehmenden Vereinen bekam ich nur positives Feedback. Der Event war für die Vereine und vor allem auch die teilnehmenden Menschen mit einer Beeinträchtigung ein ganz tolles gemeinsames Erlebnis. Letztes Jahr führten acht Vereine und ein privater Initiant an sechs verschiedenen Gewässern den Event durch. 

 Spannung auch vom Ufer aus.

Spannung auch vom Ufer aus.


Wie fiel das Echo in den regionalen Medien aus?

Ich war nicht sehr erstaunt, dass das Thema vor allem in den lokalen/regionalen Medien grosse Beachtung fand. Regionale Zeitungen und TV-Sender berichteten sehr gerne darüber. Das Thema Inklusion – also die Teilhabe am Leben, in diesem Fall am bzw. auf dem See zusammen mit engagierten Fischerinnen und Fischern gibt in vielerlei Hinsicht was her. Die Bilder von Teilnehmenden mit Fischen sprechen für sich.

 

 Umso grösser die Freude beim Fang!

Umso grösser die Freude beim Fang!


Und wie geht es 2026 weiter?

Dieses Jahr findet der Event «Fischen trotz Handicap» am Samstag, 29. August statt. Auch dieses Mal erhalten Vereine eine attraktive Anschubfinanzierung vom 111er Club, je nach Durchführung. Für 2026 haben sich bereits auch neu gewonnene Vereine fest registriert. Es dürfen aber gerne noch mehr werden! Meine Vision ist, dass «Fischen trotz Handicap» an jedem unserer Schweizer Seen umgesetzt wird. Das wäre ein Auftritt, der von Behinderten-Organisationen wahrgenommen und es dann sicher auch in die nationalen Medien schaffen würde. Für Menschen mit einer Behinderung, die teilgenommen haben, ist eh klar, dass dieser Event jährlich (oder noch öfters) stattfinden sollte.

 Die Gäste machen auch bei der Verwertung mit.

Die Gäste machen auch bei der Verwertung mit.


Vielen Dank für das Gespräch.

Interessierte Vereine oder Privatpersonen erhalten gerne Auskunft bei Bernhard Stegmayer, Tel. 055 212 13 13, best@best-image.ch.

 

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