Bachforellenpirsch im April
31 | 03 | 2021 Schweiz | PraxisText & Fotos: Erich Bolli 12497
31 | 03 | 2021 Schweiz | Praxis
Text & Fotos: Erich Bolli 1 2497

Bachforellenpirsch im April

Es ist unbestritten: Die Bachforelle übt auf uns Fischer eine magische Anziehungskraft aus. Das ist kein Zufall, sondern hat seine Gründe, auf die hier kurz eingegangen wird. Doch wo finden wir ein Gewässer, an dem wir überhaupt die Chance bekommen, eine Fario zu erwischen? «Petri-Heil» hat ein paar Tipps für Osterausflüge und die Frühlingsferien im April.

Die Bachforelle mit ihrer glatten, meist rot gepunkteten Haut und der eleganten Körperform trägt den wissenschaftlichen Namen «Salmo trutta fario», ein Name, der in den Ohren des Fischers wie seine Lieblingsmusik widerhallt. Die Fario kann je nachdem den Fischer narren oder beglücken: An windigen Schmelzwassertagen verweigert sie gelegentlich jegliches Interesse gegenüber unseren Bemühungen. Wenn sie aber – bei all ihrer Schönheit ein Raubfisch – in den wärmeren Apriltagen in den Fressmodus schaltet, ist bisweilen kaum ein Köder mehr vor ihr sicher. Dann können wir uns auf eine spannende Forellenpirsch und ein Fischessen vom Feinsten freuen.

Die Bachforelle ist bekanntlich der Leitfisch der entsprechenden Gewässerregion. Sie ist, wie es ihrem primadonnenhaften Aussehen gebührt, anspruchsvoll betreffend der Gewässerqualität und ein Indikator bezüglich der Sauberkeit des Wassers. Der stete Rückgang der Bachforellenbestände während der letzten 20 Jahre in der Schweiz, vor allem in den Mittellandgewässern, muss uns zu denken geben, gerade im Hinblick auf die bevorstehenden Abstimmungen über die beiden Volksinitiativen «Schutz der Gewässer gegen Verunreinigungen» und «Pestizidfreies Trinkwasser».

Ist es denn heute überhaupt noch verantwortbar, auf die Bachforelle zu fischen? Dazu kann man natürlich geteilter Meinung sein. Doch gibt es glücklicherweise noch Gewässer, vor allem in höheren Regionen, wo die Bachforelle immer noch gut gedeiht. Zudem wird die Bestandesentwicklung durch die zuständigen Fischereibehörden genau verfolgt und die Entnahme ist streng geregelt. Wir halten uns also selbstverständlich an diese Regeln, setzen Untermassige mit aller Sorgfalt zurück und freuen uns, wenn uns ein schöner Fang gelingt.

Der April ist ein interessanter Monat für das Fischen auf Bachforellen. In den Flüssen des Mittellands wie Reuss, Aare, Limmat oder Linthkanal hat die «Gummiboot-Lawine» noch nicht Fahrt aufgenommen, hingegen lassen die gestiegenen Wassertemperaturen die Raublust bei den Forellen erwachen. In den bereits «offenen», das heisst befischbaren Berggewässern gibt es nun ein Fangfenster, bevor die grosse Schneeschmelze einsetzt. 

 Die aufreizende Eleganz der Bachforelle, wenn sie nach Anflugnahrung Ausschau hält, lässt das Fischerherz höherschlagen.

Die aufreizende Eleganz der Bachforelle, wenn sie nach Anflugnahrung Ausschau hält, lässt das Fischerherz höherschlagen.

 An einem Apriltag wie diesem: Manchmal passt alles!

An einem Apriltag wie diesem: Manchmal passt alles!


Das Angebot an schweizerischen Fliessgewässern, wo auch Auswärtige mit einer Tageskarte schon im April auf die Forelle fischen können, ist recht gross. Diese Übersicht hilft Dir bei der Wahl.


Kanton Bern

Vom 16. März bis 1. April ist das Fischen auf Forellen den Jahreskarten vorbehalten. Ab 2. April Tageskarten (Kantons­patent). Vom Mittelland-Gewässer bis zum Bergbach viele fischereilich interessante Gewässer sowie eine gut ausgebaute Tourismus-Infrastruktur. Tipps: Simme, Kander, Lütschine, obere Aare, Emme.

Tageskarte online lösbar unter www.efj.vol.be.ch


Kanton Glarus

Der Kanton Glarus ist geeignet für den Tagestouristen: Ab dem 1.?April sind alle befischbaren Gewässer auch mit der Tages­karte zu befischen. Während der untere Teil der Linth als schwierig gilt, sieht es oberhalb von Schwanden gut aus. Im kantonalen Fischereibericht sind die Fänge nach Gewässer aufgeführt: Hier lohnt sich ein vorgängiger Blick in die Statistik:

Jahresbericht-Fischerei.pdf


Kanton Tessin

Ein weiteres touristisches Schwergewicht ist der Kanton Tessin. Ab dem 1.?April sind die Fliessgewässer unterhalb von 1200 m ü. M. mit dem Touristen-Zweitagespatent befischbar (siehe deutschsprachige Fischereivorschriften Tessin).

petri-heil.ch > fischerinfos > Deutschsprachige Fischereivorschriften Kanton Tessin.

Patente können über die Tourismusbüros und Fischereiartikelhändler bezogen werden.


Kanton Wallis

Ähnlich wie im Tessin: Die Talgewässer sind im April befischbar, mit der einsetzenden Schneeschmelze wird die Fischerei aber schnell schwierig bis unmöglich. Online-Patente erhältlich.

www.vs.ch/de/web/scpf/permis-de-peche-epeche-


Kanton Solothurn

Interessante Gewässer sind nebst der Aare, wo man mit wenigen, dafür aber auch potenziell grossen Forellen rechnen kann, die Dünnern und Lüssel sowie die Birs. Online-Patente erhältlich.

so.ch/verwaltung/volkswirtschaftsdepartement/amt-fuer-wald-jagd-und-fischerei/fischerei/fischen-im-kanton-solothurn/


Kanton Freiburg

Ausser Saane, Jaunbach und Glane sind die weiteren Gewässer der Freiburger Alpen für viele Deutschschweizer ein blinder Fleck. Ein Reinschauen lohnt sich:

www.fr.ch/de/sport-und-freizeit/freizeitaktivitaeten/fischerei-und-fischereipatente


Kanton Graubünden

Im Kanton Graubünden kann in den nachfolgenden Gewässern die Fischerei bereits ab 1. Februar betrieben werden: Alpenrhein, Vorderrhein, Hinterrhein und Landquart. Achtung: Es gibt für einzelne Abschnitte dieser Flüsse Unterbrüche vom 1. bis 30. April.
Genaue Infos unter: www.gr.ch > Fischereibetriebs­vorschriften, Anhang 2.

Patente online erhältlich:
naturmuseum.gr.ch/de/Angebote/Seiten/Fischereipatente.aspx


Kanton Uri

3- und 7-Tagespatente für alle zur Fischerei berechtigten Gewässer inklusive Fliessgewässer ab 15. April. Patente online erhältlich unter:

fischereipatente.ur.ch


Kanton Luzern

Die Kleine Emme und Abschnitte der unteren Reuss sind seit 2013 ebenfalls mit der Tageskarte befischbar. Darunter hat es auch reine Fliegenfischerabschnitte. Die andern Gewässer sind Pachtgewässer.

Mehr Infos unter lawa.lu.ch/fischerei/angelfischerei


Weitere Kantone

In den Westschweizer Kantonen Jura, Neuenburg und Waadt sind ebenfalls Tageskarten für die Fliessgewässer erhältlich. In Obwalden sind keine Tageskarten (nur 7-Tage-Ferienpatente) und im Kanton Schwyz Tageskarten erst ab dem 15. Mai erhältlich. In den restlichen Kantonen verpachtet der Kanton die Gewässer an Pachtvereine oder private Pächter oder das Fischfangrecht liegt bei den Gemeinden.
Für eine Vielzahl von Fliessgewässern stellen auch die Pächter Tages­karten aus, so in den Kantonen Zürich, Aargau oder St. Gallen. Am ehesten wird man hier fündig durch eine Anfrage beim jeweiligen Kantonalen Amt für Jagd und Fischerei.

 

1 Kommentare


martin

14 | 04 | 2021

Ajaja, Bachforellenpirsch mit dem Headset im Ohr. Versucht doch wenigstens bei Eueren Hobby frei zu sein....


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