[Allroundwaffe] Vorblei-Spinner
29 | 10 | 2020 Praxis | VideoText & Fotos: Ivan Valetny 0430
29 | 10 | 2020 Praxis | Video
Text & Fotos: Ivan Valetny 0 430

Allroundwaffe Vorblei-Spinner

Der Spinner ist seit langem wohl DER Kunstköder schlechthin. Seitdem Gummifische und Wobbler dominieren, ist er etwas in Vergessenheit geraten, dabei hat er seine Fängigkeit keineswegs ein­gebüsst. Wo und wie man den Spinner einsetzt, zeigt Ivan Valetny in diesem Bericht.

Fischen mit dem Spinner ist ganz einfach. Man knotet ihn ans Ende der Schnur, wirft aus, holt gleichmässig ein und fängt seinen Fisch. So fing man als Kind in den Sommerferien seine Fische, und auch heute funktioniert das noch immer. Nun ist die Sommerferienzeit vorbei und die Fische stehen nicht mehr im Flachwasser. Um eine Etage tiefer mit dem Spinner zu fischen, verwende ich jetzt nicht etwa besonders schwere Modelle, sondern solche, die ohne nennenswertes Eigengewicht auskommen und auf eine Vorbebleiung angewiesen sind.
 

Klassische Farben

Ich mag verschiedene grün und blau angehauchte Muster bei den EGB Spinnern, aber auch das klassische Kupfer/Silber mit roten Punkten läuft bei mir gut. In der Region Seeland und Aare ist aber mit Sicherheit das «Chäferli» in seinen verschiedenen Farbvariationen am beliebtesten. Davon bevorzuge ich die grüne und rote Variante. Fürs Eglifischen nehme ich die mittlere der drei Spinner-Grös­sen, fürs Hechtfischen ist der grosse der klare Trumpf.


 

So wird montiert

Ich verbinde das obere Vorfachstück mithilfe eines Knotenlosverbinders mit der Hauptschnur. Dieses obere Stück ist meistens etwa 60 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von 0,25 mm. Damit ist es etwas länger und dicker als das untere Vorfachstück, an welchem der Spinner befestigt wird. Dafür wähle ich ein etwa zehn Zentimeter kürzeres Stück 0,20er-Fluorocarbon. So verheddert sich der Spinner seltener beim Auswerfen. Das obere Vorfach wird nun mit der Dreifachwirbelmontage verknotet. Wichtig ist hier, den Teil mit dem Dreifachwirbel und dem Snap in Richtung der Hautschnur zu montieren. So hat man weniger Verhedderungen. Am runterhängenden Snap montiere ich Birnenbleie von 10 bis 30 g, welche ich sonst auch für Dropshotmontagen dabei habe. Am vorderen Dreifachwirbel befestige ich das 50 cm lange 20er-Fluorocarbonvorfach mit einem Snap daran. Ich habe in meiner Montagebox meistens einige dieser Montagen dabei. Es bindet sich zuhause leichter als draussen, wenn die Fische am Beissen sind.
 

Tiefe bestimmen

Im See kann man für jede Tiefe das passende Gewicht wählen: Auf 5 bis 10 m verwende ich meistens 15 g, für 10 bis 20?m 20 g oder auch mal 25 g. Im Flachwasser über dem Kraut reichen 10 g. Manchmal kann es aber auch Sinn machen, ein leichtes Blei für tiefer stehende Egli zu verwenden, damit der Spinner steiler und schneller Richtung Oberfläche steigt. Will man ganz grundnah bleiben, wählt man eine überschwere Montage (bspw. 25 Gramm für eine Wassertiefe von 10 Metern). 

 Die Extraportion Bewegung und Geschmack lässt nicht lange auf den Biss warten.

Die Extraportion Bewegung und Geschmack lässt nicht lange auf den Biss warten.

 Unterschätze keinen Spinner: Auch grosse Hechte haben nach wie vor eine Schwäche für DEN klassischen Kunstköder.

Unterschätze keinen Spinner: Auch grosse Hechte haben nach wie vor eine Schwäche für DEN klassischen Kunstköder.


Auch auf Hecht

Mit dem vorgeschalteten Blei am Dreifachwirbel und den grösseren Varianten des EGB-Spinners hat man eine flexible Montage fürs Hechtfischen zur Hand, die auch in Zeiten von Swimbaits und Gummifischen noch fängt. Zur Sicherheit sollte man ein Stahlvorfach montieren. 
 

Zum Schleppen geeignet

Die unbeschwerten Spinner werden auch gerne auf Egli geschleppt. Sei es an der Tiefseerolle oder mit der Rute. An der Rute muss man aber 30 bis 100 g Blei einsetzen, damit der Köder kontinuierlich in der richtigen Tiefe läuft, da die Spinner auch beim Schleppen einen starken Widerstand erzeugen.
 

Im Fliessgewässer

Auch hier funktioniert diese Montage zuverlässig. Man wirft mit 15 bis 30 g stromauf, um danach in Grundnähe einzuholen. Indem man verschieden weit auswirft, kann man eine grosse Fläche abfischen. Fischt man in stärkerer Strömung, macht es Sinn, auch kürzere Würfe zu machen, da man sonst den Nahbereich nicht effizient genug abfischen kann. So kann diese Montage auch Flussforellen an den Haken bringen. Da in Grundnähe die Strömung wegen der Verwirbelungen durch die Bodenstruktur immer etwas schwächer ist, halten sich die Fische gerne nah am Grund auf. Egli bevorzugen eher die ruhigeren und tieferen Flussabschnitte, die Forellen stehen hingegen mehr in der Strömung.
 

Richtig auswerfen

Es ist wichtig, beim Auswerfen immer die Schnur vor dem Auftreffen auf dem Wasser zu bremsen. Das Blei fliegt wegen seiner höheren Dichte voraus, der Spinner hinterher. Ein abruptes Abbremsen streckt die Montage und hilft, Verwicklungen zu vermeiden. 
 

Geschwindigkeit variieren

Einen Spinner kann man nicht so vielseitig animieren wie einen Twitchbait, aber man kann immerhin die Einholgeschwindigkeit variieren. Nicht selten habe ich es erlebt, dass ich im See relativ zügig kurbeln musste, um Bisse zu erhalten, während im Fluss eine möglichst langsame grundnahe Führung Erfolg brachte. Es kann aber auch genau umgekehrt sein, es kommt immer auf die Tageslaune der Fische an. 


Mit Fleischmaden

Im Seeland werden die Drillinge dieser Spinner sehr gerne mit Fleischmaden garniert. Auch ein grosser Einzelhaken mit einem Twister erzeugt eine zusätzliche Lockwirkung im Vergleich zum blanken Drilling. Mir ist es nicht nur einmal passiert, dass ein Egli den Köder schon in der Absinkphase genommen hat und ich beim Anziehen bereits eines dran hatte. Das liegt mit grosser Wahrscheinlichkeit an der Lockwirkung der Maden.
 

Tuning

Einige Spezialisten tunen die Spinner noch weiter, indem sie andersfarbige Schrumpfschläuche auf den roten Schlauch schrumpfen, und verzieren die Spinnerblätter noch mit eigenen Mustern. Auch das kann zu mehr Egli führen.
 

Stabile Spinnruten

Da schon die mittlere Spinnergrösse einen recht hohen Widerstand beim Einkurbeln entwickelt und noch das vorgeschaltete Blei von 10 bis 30 Gramm hinzukommt, wähle ich Spinnruten mit bis zu 28 Gramm Wurfgewicht. Für die grossen Spinner nehme ich eine Rute mit 40 Gramm Wurfgewicht. 

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