
Das könnte Dich auch interessieren:


| 26 | 10 | 2026 | Diverses | |
| 26 | 10 | 2026 | Diverses |
| |
Zielwürfe auf dem Rasen, Fingerspitzengefühl an der Montage und Wissen über das Leben im Wasser: In Bremgarten zeigten 22 Teams, was sie als Fischerinnen und Fischer draufhaben. Die Schweizer Jungfischermeisterschaft bot einen spannenden Wettkampf – und viele gute Gründe, sich über den Nachwuchs zu freuen.
Der Zapfen liegt schräg im Wasserfass. Am Tisch daneben beschäftigen sich Hände mit Schnur und Fischereimaterial. Draussen auf dem Rasen richtet ein junger Fischer seine Rute auf die Zielscheibe aus. Was nach Übungen für den nächsten Ausflug ans Wasser aussieht, gehört hier zum Wettkampf. Und verlangt genau das, was auch dort zählt: einen aufmerksamen Blick und ein gutes Händchen.

Noch mehr Eindrücke gefällig?
> Das Video zur Jungfischermeisterschaft 2026 zeigt die schönsten Momente aus Bremgarten.
Am 29. August wurde Bremgarten zum Treffpunkt des Schweizer Fischernachwuchses. 22 Teams aus verschiedenen Regionen reisten an, um sich an der Jungfischermeisterschaft zu messen. Die Älteren starteten in der Kategorie A für 16- bis 19-Jährige, die Jüngeren in der Kategorie B für 8- bis 15-Jährige. Die Jungfischermeisterschaft ist ein nationaler Anlass des Schweizerischen Fischerei-Verbands (SFV). Für die Planung und Durchführung der diesjährigen Austragung war der Aargauische Fischereiverband (AFV) verantwortlich. Tatkräftig unterstützt wurden AFV und der SFV vom Sportfischerverein Bremgarten an der Reuss.
Wer beim Fischen weit werfen kann, hat noch lange nicht jedes Ziel im Griff. Auf der Wiese war deshalb Präzision gefragt. Die Rute führen, die Schnur im richtigen Moment freigeben, das Wurfgewicht sauber platzieren: Beim Zielwerfen wird schnell sichtbar, wie gut die Bewegungen zusammenspielen. Ein paar Meter Rasen reichen aus, um aus einer vermeintlich einfachen Aufgabe eine echte Herausforderung zu machen.
An anderen Posten ging es ruhiger, aber kaum weniger anspruchsvoll zu. Rollen und Montagematerial lagen bereit, die Jugendlichen arbeiteten mit Schnur und Zapfen. Solche Aufgaben passen wunderbar zu einem Fischereiwettkampf. Denn am Wasser sind es oft die unscheinbaren Handgriffe, die den Unterschied machen. Eine sauber abgestimmte Montage entsteht mit Verständnis für das Material und mit Übung.
Die Meisterschaft brachte diese verschiedenen Fähigkeiten zusammen. Wissen, Praxis und sportliches Geschick waren gefragt. Das machte den Parcours abwechslungsreich und gab unterschiedlichen Stärken Platz. Wer im Umgang mit dem Gerät sicher war, brauchte ebenso Kenntnisse über Fische und Gewässer. Wer die Theorie beherrschte, musste sein Können auch praktisch zeigen.
«Wir wollten den Jugendlichen einen Tag bieten, an dem sie ihr Können unter Beweis stellen, gemeinsam etwas erleben und die Freude an ihrem Hobby miteinander teilen dürfen. Dafür hat unser ganzes Team viel Zeit und Herzblut investiert.»
Pascal Meyer, OK-Präsident und Vorstandsmitglied des Aargauischen Fischereiverbands
Besonders schön zeigte sich die Breite der Fischerei am Posten «Fischer schaffen Lebensraum». Hier beschäftigten sich die Kinder und Jugendlichen mit Gewässerrevitalisierungen und stellten ihr praktisches und theoretisches Wissen unter Beweis. Es ging also auch um die Frage, welche Bedingungen Fische zum Leben brauchen und wie sich ihre Lebensräume verbessern lassen.
Das ist Stoff, der über einen Wettkampftag hinausreicht. Wer sich für Fische begeistert, schaut irgendwann genauer hin: auf den Bach, seine Strukturen und die Veränderungen am eigenen Gewässer. Die Jungfischermeisterschaft verbindet diese Aufmerksamkeit mit der Freude am Fischen. Artenkenntnis und Naturschutz gehören genauso selbstverständlich dazu wie Rute und Rolle.
Gerade darin liegt eine Stärke dieses Anlasses. Die Jugendlichen können zeigen, was sie in ihren Vereinen und bei ihren Ausflügen gelernt haben. Gleichzeitig begegnen sie Aufgaben, die vielleicht noch etwas Übung verlangen. Auch das nimmt man von einer Meisterschaft mit nach Hause: eine Idee, was man beim nächsten Mal besser machen möchte.
«Die Jungfischermeisterschaft zeigt, wie vielseitig und kompetent unser Nachwuchs ist. Die Jugendlichen können nicht nur mit Ruten und Ködern umgehen, sie wissen auch, was Fische und ihre Lebensräume brauchen. Was diese Jugendlichen heute zeigten, ist nicht nur Begeisterung am Hobby, sondern gelebter Naturschutz.»
Stefan Wenger, Vizepräsident Schweizerischer Fischerei-Verband SFV
Natürlich ging es in Bremgarten auch um Punkte und Podestplätze. In der Kategorie A setzte sich die Pachtvereinigung Stausee Wettingen durch und sicherte sich den Schweizer Meistertitel. Ein schöner Erfolg für das Aargauer Team im eigenen Kanton. Dahinter gab es eine besondere Konstellation: Zwei Teams des Fischervereins Sempachersee erreichten punktgleich den zweiten Rang. Die Luzerner durften sich damit gleich doppelt über Silber freuen.
Bei den Jüngeren gewann der Seeländische Sportfischerverein Biel. Die Fischerzunft Laufenburg holte Rang zwei und damit einen weiteren Podestplatz für den Aargau. Dritter wurde der Fischereiverein Wolfwil aus dem Kanton Solothurn. Mit Aargau, Luzern, Bern und Solothurn waren vier Kantonalverbände auf dem Podest vertreten.
Die Bilder der Siegerehrung erzählen den Rest: Jugendliche in hellblauen Veranstaltungsshirts, Preise in den Händen und ein breites Lachen im Gesicht. Für die erfolgreichen Teams war dies der verdiente Abschluss ihres Wettkampfs. Anerkennung gebührt aber allen 22 Mannschaften. Sie haben sich den Aufgaben gestellt und ihren Teil zu diesem nationalen Treffen beigetragen.
Wie weit es mit einer guten Wurftechnik gehen kann, zeigte die Ehrung von Sandro Müller. Noch zwei Jahre zuvor hatte er selbst zu einem Siegerteam der Schweizer Jungfischermeisterschaft gehört. Im Sommer 2026 holte er in Bulgarien den Jugendweltmeistertitel im Castingsport, in der Disziplin «Spinning Accuracy Skish».
Dabei wird ein Wurfgewicht mit der Angelrute aus verschiedenen Positionen möglichst genau auf vorgegebene Ziele geworfen. Die Verwandtschaft mit den Aufgaben auf dem Bremgarter Rasen liegt auf der Hand. Müllers Erfolg gab dem Zielwerfen an diesem Tag eine zusätzliche Dimension: Hier stand jemand, der den Weg von der Jungfischermeisterschaft bis zu einem internationalen Titel bereits gegangen war. Ein starkes Beispiel dafür, was aus Freude am Üben werden kann.
«Dass wir diesen Anlass im Aargau durchführen durften, war für uns eine schöne und auch herausfordernde Aufgabe. Unser Dank gilt allen Helfenden und Partnern, die mit angepackt haben. Ich denke, wir haben einen Anlass für die Jugend geschaffen, der sich sehen lassen kann. Ich hoffe, dass wir damit einen Massstab für zukünftige Jungfischermeisterschaften gesetzt haben.»
Kurt Braun, Präsident Aargauischer Fischereiverband
Damit sich die Jugendlichen auf ihre Aufgaben konzentrieren konnten, musste hinter den Kulissen vieles stimmen. Posten vorbereiten, Material bereitstellen, Teams betreuen, Resultate auswerten und für Verpflegung sorgen: Eine solche Meisterschaft beginnt für ihre Gastgeber lange vor dem ersten Wurf und endet nicht mit der letzten Rangverkündigung.
Das Organisationskomitee um Pascal Meyer und die zahlreichen Helferinnen und Helfer leisteten dafür hervorragende Arbeit. Der AFV hatte den SFV-Anlass bis ins Detail vorbereitet und führte ihn souverän durch. Von den Wettkampfposten über die Betreuung und Auswertung bis zur Verpflegung griff alles ineinander. Der Sportfischerverein Bremgarten an der Reuss trug mit seiner Unterstützung vor Ort wesentlich zum Gelingen bei. Auch abseits der Posten stimmte der Rahmen: Unter dem Zeltdach standen gedeckte Tische bereit, an den Festbänken kamen die Menschen zusammen.
Der 111er Club und Swisslos Aargau unterstützten die Meisterschaft grosszügig finanziell. Einen wichtigen Beitrag leisteten auch die Stadt Bremgarten mit ihrem Sponsoring und die Schweizer Armee, welche Teile des Veranstaltungsgeländes zur Verfügung stellten. Zahlreiche Sponsoren aus der Fischereibranche und der Privatwirtschaft steuerten attraktive Preise, Material, Manpower und Verpflegung bei. Ob mit tatkräftigem Einsatz, Infrastruktur oder finanzieller Unterstützung: Sie alle halfen mit, dem Nachwuchs einen unvergesslichen Tag zu ermöglichen.
Besondere Anerkennung verdienen auch die Betreuerinnen und Betreuer in den Vereinen. Ihr Engagement beginnt lange vor einer Meisterschaft und reicht weit darüber hinaus. Sie vermitteln Wissen, üben geduldig die richtigen Handgriffe und begleiten die Jungen ans Wasser. In Bremgarten wurde sichtbar, was aus dieser Arbeit wächst: junge Fischerinnen und Fischer, die ihr Handwerk verstehen und mit Begeisterung dabei sind.
Alle zwei Jahre zieht die Schweizer Jungfischermeisterschaft des SFV in einen anderen Kanton weiter. Der AFV hat mit der Austragung in Bremgarten die Messlatte hochgelegt.
Für mich als Autor, welcher auch selber im OK dieser Meisterschaft mithelfen durfte, war es wohl die beste Jungfischermeisterschaft bisher: hervorragend geplant, reibungslos durchgeführt und getragen von einer Gastfreundschaft, die den Jugendlichen galt. Besonders beeindruckt hat mich, wie selbstverständlich die Jugendlichen auch den Lebensraum der Fische im Blick haben. Wenn ich an meine eigene Jugend zurückdenke, stand für mich in diesem Alter vor allem eines im Mittelpunkt: das Fischen selbst. Für Gewässeraufwertung und Naturschutz hatte ich damals noch kaum einen Blick. Bei den Jugendlichen in Bremgarten gehörten diese Themen bereits ganz selbstverständlich dazu. Für mich zeigt das, wie viel frühe, praxisnahe Wissensvermittlung bewirken kann – und wie wertvoll die Arbeit ist, die unsere Vereine mit dem Nachwuchs leisten.
Die Titel sind vergeben, die Preise verteilt. In Erinnerung bleiben die konzentrierten Gesichter beim Werfen, die geschickten Hände am Material und das Lachen bei der Siegerehrung.

Die Sponsoren der Jungfischermeisterschaft 2026 in Bremgarten. Ohne sie wäre dieser Anlass nicht möglich gewesen.
Keine Kommentare (Kommentare erscheinen erst nach unserer Freigabe)