Frühsommer – Heisse Zeit für grosse Egli
10 | 06 | 2022 PraxisText & Fotos: Ruben Rod 01301
10 | 06 | 2022 Praxis
Text & Fotos: Ruben Rod 0 1301

Frühsommer – Heisse Zeit für grosse Egli

Nach der Laichzeit im Frühling bewegen­ sich die Egli mit den steigenden Wassertemperaturen von der Tiefe wieder nach oben. Wenn sie schliesslich im Frühsommer im flacheren Wasser sind, sollte man parat sein. Denn nun ist eine gute Phase, um die grösseren Egli zu erwischen.


Die kräftezehrende Laichzeit ist vorbei und die Egli füllen ihre Energiereserven wieder. Dazu kommen steigende Wassertemperaturen, welche die Aktivität der Räuber ankurbeln. Auch zurückhaltende und vorsichtige Egli lassen sich nun besonders gut zu einem Anbiss reizen. Hotspots wie geschützte Buchten mit Kraut und Steinen, für gute Fänge bekannte Stege und Hafenanlagen oder ausgedehnte Flachwasserzonen und Erhebungen im See sollten nun regelmässig besucht werden. Verpasst man diese Phase, bleibt einem an vielen Gewässern nur noch das Abwarten des Spätsommers und Herbstes, um wieder mit einem Rehlig rechnen zu können. Denn im Hochsommer halten sich die grossen Egli bei Ködern verstärkt zurück, sie finden im ganzen See einen reich gedeckten Tisch. Die Durchschnittsgrösse nimmt im Hochsommer oft ab und in manchen Gewässern macht sich auch eine «Sommerflaute» bemerkbar mit einer allgemein geringeren Bissfrequenz. Es lohnt sich also, jetzt anzugreifen und auf eine neue Egli-Bestmarke zu hoffen.

 Dieser Frühsommeregli hat sich von einem Gummiwurm am Carolina-Rig auf einer Untiefe im Zürichsee überzeugen lassen.

Dieser Frühsommeregli hat sich von einem Gummiwurm am Carolina-Rig auf einer Untiefe im Zürichsee überzeugen lassen.


Unterstände absuchen

Vom Ufer aus können wir mit Wobblern, Gummis oder Chatterbaits aktive Egli suchen, die bereits sichtbar in und um Unterstände wie Schiffstege, Brücken, Blocksteine oder über das Wasser ragende Uferbauwerke stehen. Diese ersten Uferegli des Jahres sind oft besonders aggressiv. Stehen die Egli nicht in Ufernähe, sondern befinden sie sich in Grundnähe oder im Freiwasser, lohnt sich der Versuch mit Sinkwobblern oder vorbebleiten Gummis, die man zunächst an den Grund sinken lassen und dann durch das Freiwasser nach oben führen kann. Natürlich ist auch das Fischen mit Gummis am Dropshot effektiv. Es ist vorteilhaft, zwei Ruten abwechslungsweise zu fischen. So kann die Absink­phase der einen Rute genutzt werden, um die andere einzuholen. Oder man hält die zweite Rute mit einem Wobbler bereit, um einen plötzlich jagenden Trupp anzuwerfen­.

 Ein Carolina-Rig mit Gummikrebschen am Offsethaken eignet sich, um den Boden von Flachwasserzonen nach aktiven Egli abzusuchen.

Ein Carolina-Rig mit Gummikrebschen am Offsethaken eignet sich, um den Boden von Flachwasserzonen nach aktiven Egli abzusuchen.


Dem Boden nach

Nicht alle Egli, die in flacheren Gewässerbereichen unterwegs sind, machen sich am Ufer bemerkbar. Oft bewegen sich insbesondere die grossen Exemplare dem Boden entlang und halten Ausschau nach Beutetieren. Ausgedehnte und sich rasch erwärmende Zonen flachen Wassers zwischen 5 und 10 Metern, vorgelagerte Kiesbänke vor Halbinseln und rund um Inseln oder Erhebungen im See mit Kraut und Steinen lassen sich in diesen Fällen mit Gummis am Carolina-Rig oder Jig abzupfen oder «faulenzen». Nebst Fischimitationen bewähren sich oft auch Gummikrebschen oder Twister. Eine weitere Option, die sich lohnen kann, ist das Schleppen kleiner Wobbler durch Flachwasserzonen. Es gibt auch Spezialisten, die grosse Egli mit Nymphen oder Würmern am Zapfen befischen. Hochsaison hat jetzt auch das Fischen mit Litzen

 Dieser Ausnahmefisch aus dem Zürichsee ist an einem Frühsommerabend auf einen durch das Freiwasser gezupften Gummi eingestiegen. Jetzt stehen die Chancen auf einen solchen Glückstreffer besser als im Hochsommer, wenn diese Fische gesättigt und vorsichtiger sind.

Dieser Ausnahmefisch aus dem Zürichsee ist an einem Frühsommerabend auf einen durch das Freiwasser gezupften Gummi eingestiegen. Jetzt stehen die Chancen auf einen solchen Glückstreffer besser als im Hochsommer, wenn diese Fische gesättigt und vorsichtiger sind.

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