Toxischer Pestizidcocktail in unsern Gewässern
04 | 04 | 2017 SchweizText & Fotos: Dominique Lambert 068
04 | 04 | 2017 Schweiz
Text & Fotos: Dominique Lambert 0 68

Toxischer Pestizidcocktail in unsern Gewässern

45 000 Kilometer, also drei Viertel des Schweizer Gewässernetzes, gelten als kleine Bäche. Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) beweist die am 4. April 2017 publizierte Studie (von eawag, vsa und bafu) zu fünf Schweizer Bächen: In keinem einzigen Fall wurden die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität eingehalten! Selbst Stoffkonzentrationen, die für Gewässerorganismen als akut toxisch gelten, wurden überschritten (!)

Die am 4. April 2017 publizierte Studie von eawag, vsa und bafu zu fünf Schweizer Bächen beweist nun wissenschaftlich untermauert, was wir bereits wissen: Der Chemiecocktail in unsern Gewässern ist besorgniserregend und schadet dem Ökosystem Fliessgewässer erheblich! In keinem einzigen Fall der fünf Fliessgewässer, wo insgesamt 1800 Proben entnommen und untersucht worden sind, wurden die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität eingehalten! Und sogar Stoffkonzentrationen, die für Gewässerorganismen als akut toxisch gelten, wurden überschritten! Biologische Untersuchungen weisen darüber hinaus klar darauf hin, dass die Lebensgemeinschaften in den Fliessgewässern (also alle Lebewesen, die im und am Wasser leben) unter den gefährlichen und hochaktiven Stoffgemischen leiden.

Damit ist nun auch wissenschaftlich bewiesen, dass unsere Gewässer durch den Pflanzen- und Insektenvernichtungsmitteln, die jährlich vor allem durch die Landwirtschaft in die Umwelt gepumpt werden (etwa 2200 Tonnen pro Jahr), massiv in Mitleidenschaft gezogen werden. In den vergangenen 20 Jahren ist eine deutliche Reduktion der Biomasse bei den Insekten spür- und messbar. Dies hat sicher auch damit zu tun, dass im selben Zeitraum Insektenvernichtungsmittel wie beispielsweise die Neonicotinoide (die übrigens für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden) rund 1000 Mal effektiver geworden sind.


«Petri-Heil» hat die Lösung

Die vom «Petri-Heil» mitinitiierte Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ist nötiger denn je, denn durch aktives Lobbying wird vom «Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von synthetischen Pestiziden» nicht viel zu erwarten sein. Zu gross das milliardenschwere Geschäft mit den Vernichtungsmitteln, die Jahr für Jahr in unsere Umwelt gepumpt werden und die auch nicht aufhören zu wirken, wenn sie in unsere Gewässersysteme gelangt sind!

Wollen wir, dass systematisch weiterhin hochaktives Gift in unsere Umwelt gepumpt wird? Dass unsere Bäche und Flüsse auch weiterhin einen regelrechten Chemicocktail enthalten?

Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide!

 

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