Hitze und Trockenheit: Die Lage spitzt sich zu
23 | 07 | 2018 SchweizText: Nils Anderson 0645
23 | 07 | 2018 Schweiz
Text: Nils Anderson 0 645

Hitze und Trockenheit: Die Lage spitzt sich zu

Die steigenden Temperaturen und die geringen Wassermengen in den Fliessgewässern bedeuten grossen Stress für die Fische. Nicht nur der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) ist besorgt – es kommen ungute Erinnerungen an den Jahrhundertsommer 2003 hoch.

Der einst stolze Äschenbestand des Rheins wurde im Jahrhundertsommer vor 15 Jahren beinahe ausgelöscht. Über 50 000 Äschen verendeten, als knapp 27 Grad warmes Wasser aus dem Boden-Untersee in den Rhein abfloss. Und auch dieser Sommer, der mit seiner lang anhaltenden Trockenperiode die Pegelstände sinken und sinken lässt, gibt sehr viel Grund zur Besorgnis. Viele Fischereiaufseher und Pächter landauf landab retten per Abfischen was noch zu retten ist. Dies kann an kleinen und mittleren Fliessgewässern etwas bringen, an grösseren Flüssen wie dem Rhein kann man aber nicht abfischen. Und wenn doch, wohin sollte man die Fische dann umsiedeln?


Was kann man tun?

Die kommende Woche sieht nicht gut aus. Es wird heiss und «die Zeichen stehen auf Tragödie», wie Philipp Sicher vom SFV sagt. Neben dem (wohl vergeblichen) Hoffen auf erlösende Niederschläge gibt der SFV folgende Empfehlungen:

  • Warme Gewässer nicht befischen und bewaten, um unnötigen Stress für die Tiere zu vermeiden.
  • Keinen unnötigen Schiffsverkehr verursachen (auch nicht mit dem Gummiboot).
  • Auf gar keinen Fall Wasserentnahmen aus Gewässern (zum Beispiel Bewässerung für die Landwirtschaft) vornehmen.
  • Badende sollten unbedingt Kaltwasserzonen (in diese ziehen sich die Fische automatisch zurück) meiden.

Nach diesem Hitzesommer wird sich vor allem eins wieder zeigen: Die Anstrengungen für Revitalisierungen, der Einsatz für funktionierende Restwassermengen und die Vermeidung von Wassererwärmungen sind dringender denn je.

Übrigens: Wer geglückte Fischrettungen oder tragische Fischsterben dokumentieren kann, soll uns bitte per Mail (redaktion@petri-heil.ch) benachrichtigen.

 

0 Kommentare


Keine Kommentare (Kommentare erscheinen erst nach unserer Freigabe)


Schreibe einen Kommentar:

Anzeige
Anzeige
Zurück zur Übersicht

Das könnte Dich auch interessieren: